Astronomie
Beobachtungstipps im August
Neben den Perseiden (siehe Thema des Monats) können wir uns im August auf eine schöne Morgensichtbarkeit des Merkur freuen. Venus und Jupiter haben am Morgen des 12. eine sehr enge Begegnung und bilden am Morgen des 20. zusammen mit der abnehmenden Mondsichel eine fotogene Szene – Frühaufsteher sind diesen Monat also eindeutig im Vorteil! Einzig der Mars ist bis ca. Mitte des Monats noch kurz am Abendhimmel zu sehen. Saturn nähert sich zusammen mit Neptun allmählich seiner besten Sichtbarkeit des Jahres – sie erreichen dann beide im September ihre Opposition. Uranus schlussendlich, geht deutlich vor Venus und Jupiter auf. Er kann südlich der Plejaden teleskopisch beobachtet werden.
Thema des Monats: Die Perseiden-Sternschnuppen – alle Jahre wieder ein «Volksspektakel»


22. August: HEUTE AM HIMMEL
Kennen Sie die täglich publizierte Seite Heute am Himmel? Sie bietet tagesgenaue Informationen zu Astronomie und Raumfahrt, beginnend mit den Daten zum Mond und den Dämmerungszeiten. Anschliessend gibt sie in der Rubrik Tagesereignisse kurz und bündig einen kompakten Überblick zum Tagesgeschehen. Danach folgt eine tabellarische Auflistung der Astronomischen Ereignisse, gefolgt von den Planeten am Abend- und am Morgenhimmel. Zum Schluss werden die Überflugdetails zur Internationalen Raumstation (ISS) und hellen Satelliten, sowie die wichtigsten Links zur Sonnenbeobachtung gelistet.
Insgesamt also eine wichtige, astronomische Ressource, ohne die (fast) kein Amateurastronom auskommt!
Hinweis: Das Lesen dieses Beitrags setzt eine Mitgliedschaft beim ORION-Portal voraus.
Sind Ryugu und Bennu Teil der Polana-Familie?
Die beiden erdnahen Asteroiden Ryugu und Bennu könnten aus Kollisionen mit dem Kleinplaneten Polana hervorgegangen sein, sie hätten somit den gleichen Mutterkörper. Darauf weisen spektrale Untersuchungen mit dem James-Webb-Teleskop und Gesteinsproben der beiden Himmelskörper hin.
–> Die Asteroiden Ryugu (links) und Bennu (rechts) sind nur einen Kilometer (Ryugu) beziehungsweise 500 Meter (Bennu) groß. Sie bestehen aus losen Gesteinsbrocken, die so gerade eben von der äußerst schwachen Eigenschwerkraft zusammengehalten werden.
© NASA / SwRI study supports theory that asteroids Bennu and Ryugu are part of the Polana family; Bearbeitung: Spektrum der Wissenschaft (Ausschnitt)


Lüften Quanten-Knoten die Geheimnisse unseres Universums?
Bestand das junge Universum aus verknoteten Quantenfeldern? Das erklärt womöglich, warum es heute kaum Antimaterie im Kosmos gibt. Künftige Gravitationswellendetektoren können die Hypothese testen.
Neuer Uranusmond entdeckt
Mit dem James-Webb-Teleskop wurde der 29. Uranusmond aufgespürt, der den siebten Planeten in geringem Abstand umrundet. Er war anderen Teleskopen bisher entgangen.
Und hier Beiträge auf skyandtelescope.org und astronomy.com zum gleichen Thema.
–> Planet mit Zielscheibe: Uranus (hier abgebildet) wird von insgesamt 29 Monden begleitet und besitzt ein ausgeprägtes Ringsystem wie sein innerer Nachbar Saturn.
© NASA, ESA, CSA, STScI, M. El Moutamid (SwRI), M. Hedman (University of Idaho) / New Moon Discovered Orbiting Uranus Using NASA’s Webb Telescope (Ausschnitt)


Jupitermond Ganymed könnte Dunkle Materie aufspüren
Eine spekulative Form der Dunklen Materie hat vielleicht Spuren im größten Mond unseres Sonnensystems hinterlassen. Missionen wie JUICE könnten diese nachweisen.
Ein Vierfachsystem aus Roten und Braunen Zwergen
Im südlichen Sternbild Luftpumpe wurde ein ungewöhnliches System aus zwei Roten und zwei Braunen Zwergen entdeckt, die zusammen den gemeinsamen Schwerpunkt umrunden.
Und hier ein Beitrag auf space.com zum gleichen Thema.
–> Eine künstlerische Darstellung des Systems UPM J1040−3551 vor dem Hintergrund der Milchstraße, wie von Gaia beobachtet. Links erscheint UPM J1040−3551 Aa & Ab als entfernter heller orangefarbener Punkt, wobei die Ausschnittvergrösserung diese beiden M-Typ-Sterne in ihrer Umlaufbahn zeigt. Rechts im Vordergrund umkreisen zwei kalte Braune Zwerge – UPM J1040−3551 Ba & Bb – einander über einen Zeitraum von Jahrzehnten, während sie gemeinsam UPM J1040−3551 Aab in einer riesigen Umlaufbahn umkreisen, für die sie über 100.000 Jahre benötigen.
© Jiaxin Zhong/Zenghua Zhang / Quadruple star system / CC BY 4.0 (Ausschnitt)


APOD: Astronomy Picture of the Day
Hier das tagesaktuelle Bild von der Seite „Astronomy Picture of the Day“ (APOD) – ein wunderbares Bildarchiv zur Astronomie, das viele Jahre zurück reicht.
<– A Tale of Two Nebulae
Image Credit & Copyright: Kent Biggs
Supernova enthüllt das Herz eines exotischen Sterns
Eine seltsame Sternexplosion bestätigt eine jahrzehntealte Theorie über die Herkunft der Elemente. Gleichzeitig jedoch gibt sie neue grundlegende Rätsel über Supernovae auf.
Und hier ein Beitrag auf astronomy.com zum gleichen Thema.
–> Vor und während einer Supernova stößt ein sterbender Stern einen beträchtlichen Teil seiner Hülle ab. Besonders extrem ist dieser Prozess bei Wolf-Rayet-Sternen, die durch ihren Massenverlust ihr Inneres freilegen können.
© Keck Observatory/Adam Makarenko / First-of-its-kind ‘Bare-Bones’ Supernova Upends Star Evolution Models; Bearbeitung: Spektrum der Wissenschaft (Ausschnitt)


Materiewellen erlauben neuen Blick in den Nanokosmos
Erstmals ist es gelungen, Materiewellen von Atomen durch einen Festkörper zu beugen. Bisher war dies nur mit Elektronen und Neutronen gelungen. Das Verfahren soll neue Wege in der Materialforschung eröffnen, um etwa auch strahlungsempfindliche Proben untersuchen und so strahlungsresistente Materialen für die Raumfahrt entwickeln zu können.
<– Mit einem Strahl aus Heliumatomen haben Forschende eine dünne Membran aus Graphen durchleuchtet. Die Materiewellen des Atomstrahls erzeugen hinter der Membran ein charakteristisches Wellenmuster.
Bild: DLR
Internationale Kollaboration zu Schwarzen Löchern und starker Gravitation
Im Rahmen der „Simons Collaboration on Black Holes and Strong Gravity“ sollen in den kommenden vier Jahren Expertinnen und Experten für Gravitation und Schwarze Löcher aus den Bereichen theoretische Physik, Mathematik, numerische Berechnung, KI-gestützte Datenanalyse und Gravitationswellen-Beobachtung zusammengebracht werden. Der Zeitpunkt dafür ist günstig.
Und hier die Medienmitteilung des MPI für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) zum gleichen Thema.
–> Numerische Simulation der Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher mit sehr unterschiedlichen Massen und präzidierender Bahnebene (GW190412).
Bild: N. Fischer, H. Pfeiffer, A. Buonanno (Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik), Simulating eXtreme Spacetimes project


Planeten könnten für geringere Sonnenaktivität verantwortlich sein
Unsere Sonne ist etwa fünfmal weniger magnetisch aktiv als andere sonnenähnliche Sterne – praktisch ein Spezialfall. Der Grund dafür könnte in den Planeten unseres Sonnensystems liegen, sagen Forschende aus Dresden. Sie haben in den letzten zehn Jahren ein Modell entwickelt, das die bekannten Aktivitätszyklen der Sonne aus dem zyklischen Einfluss der Gezeitenkräfte der Planeten ableitet.
<– Koronale Massenauswürfe hängen eng mit der magnetischen Aktivität der Sonne zusammen. Dass diese gegenüber der Aktivität anderer sonnenähnlicher Sterne deutlich reduziert ist, könnte auf die Synchronisation durch die Gezeitenwirkung der Planeten zurückzuführen sein.
Bild: NASA / GSFC / SDO
Saturn’s Moon Enceladus Might Have Weird “Space Rainbows”
Scouring old data from NASA’s Cassini mission revealed puzzling atmospheric stripes that could help probe Saturn’s icy moon.
–> Cassini spies ice geysers erupting on Enceladus.
NASA / JPL / Space Science institute


Distant Little Red Dot Hosts a Huge (and Growing) Black Hole
A “little red dot” galaxy from when the universe was roughly half a billion years old shows signs of the most distant black hole known.
<– Illustration of an accreting supermassive black hole shrouded by dust.
NASA / JPL-Caltech
The Mystery of Leslie Peltier’s „Two Tiny Diamonds“
The late Leslie Peltier inspired me to observe variable stars. He penned Starlight Nights, one of the most eloquent books ever written about what it’s like to be an amateur astronomer. Love for the night sky and its inhabitants — comets and variable among them — flows from every page.
–> Called by some „the world’s greatest amateur astronomer,“ Leslie Peltier discovered numerous comets and made tens of thousands of variable star observations from the family farm in Delphos, Ohio. In his autobiography Starlight Nights, first published in 1965, Peltier recounts how he fell in love with the stars and astronomy.
Bob King; Peltier image courtesy of the AAVSO


Our atmosphere is responding differently to solar storms, and satellites will feel the effects
A new study reveals that as carbon dioxide levels rise, the Earth’s upper atmosphere will react more dramatically to geomagnetic storms, posing new challenges for the thousands of satellites orbiting our planet.
–> A substantial coronal mass ejection, or CME, blows out from the side of the Sun, giving us a great view of the event in profile on June 17–18, 2015. NASA’s Solar Dynamics Observatory caught the action in the 304-angstrom wavelength of extreme ultraviolet light. The video clip covers about four hours of the event. While some of the plasma falls back into the Sun, a look at the coronagraph on SOHO shows a large cloud of particles heading into space.
Credit: NASA/Goddard/SDO
JWST’s view of the Phoenix Cluster sparks scientific conundrum
JWST observations of the Phoenix Cluster support a theory that other clusters challenge.
–> The Hubble Space Telescope, Chandra X-ray Observatory, and Very Large Array (VLA) radio telescope combined to create this portrait of the Phoenix Cluster. Chandra recorded hot gas (shown in purple); optical light from Hubble showed galaxies (yellow) and cold gas where stars are forming (light blue); and the VLA revealed radio jets (red) emanating from a hidden supermassive black hole.
Credit: NASA, CXC, NRAO, ESA, Michael McDonald (MIT)


The Milky Way’s faintest dwarf galaxy might actually be a star cluster
New evidence suggests that the dwarf galaxy Ursa Major III orbiting our Milky Way is actually a star cluster.
–> The left frame shows the field of view in which Ursa Major III is located. The right frame shows the object with all the background stars removed.
Credit: CFHT/S. Smith (left)/S. Gwyn (right)
One of the earliest galaxies in the universe was rich in oxygen. Could it mean life evolved earlier than we thought?
This early galaxy hosts as much as 30% of the oxygen of a fully developed, modern-day one.

Raumfahrt

Blick zurück in die Heimat
Im Juli 2025 blickte die NASA-Sonde Psyche aus 290 Millionen Kilometer Abstand zurück zu Erde und Mond, um ihre Kamera zu testen und bei Bedarf scharfzustellen.
<– Im Juli 2025 blickte die NASA-Asteroidensonde Psyche aus 290 Millionen Kilometern auf Erde und Mond (kleiner Punkt oberhalb der hellen Erde).
© NASA/JPL-Caltech/ASU / NASA’s Psyche Images Earth and Moon (Ausschnitt)
Nächster Testflug für Musks Riesenrakete Starship
Mit dem größten je gebauten Raketensystem der Raumfahrtgeschichte will die NASA zum Mond und Elon Musk zum Mars. Neun Tests liefen anders als geplant, nun folgt der zehnte. Ist so viel Scheitern normal – oder gar der Plan?
Und hier ein Beitrag auf spaceflightnow.com zum gleichen Thema.
–> Auch der zehnte Testflug des Starships soll in Starbase, Texas, starten. Das Foto wurde Ende Mai 2025 aufgenommen.
© Eric Gay / Associated Press / picture alliance (Ausschnitt)


Magnetismus macht Sauerstoffproduktion im All effizienter
Seit Beginn der astronautischen Raumfahrt gibt es eine Herausforderung, für die es bis heute keine einfache Lösung gibt: die zuverlässige und effiziente Herstellung von Sauerstoff im Weltraum. In einer neuen Studie wird nun ein bemerkenswert einfaches und elegantes Verfahren vorgestellt. Entscheidend dabei ist der Einsatz von Magnetismus.
<– Ömer Akay war für die Durchführung der Experimente im Bremer Fallturm des ZARM zuständig.
Foto: ZARM
Satelliten nehmen Hitzebelastung in den Städten ins Visier
Das DLR hat mithilfe von Daten der US-amerikanischen Landsat-Satelliten detaillierte Karten zu den Oberflächentemperaturen in deutschen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern erstellt. Die unlängst vorgestellten Karten sollen helfen, konkreten Maßnahmen in Ballungsräumen zu planen, um die Hitzebelastung für die Bevölkerung zu verringern.
–> Mittelwerte der Oberflächentemperaturen mittags in den Sommermonaten Juni, Juli und August in den Jahren 2013 bis 2024 für den Großraum Hamburg. Die Abbildung zeigt, wie sich die Oberflächentemperaturen in den bebauten und nicht bebauten Bereichen unterscheiden. Oberflächentemperatur und Lufttemperatur entsprechen sich nicht 1:1, sie stehen aber in direktem Zusammenhang und die räumlichen Muster ähneln sich. So lassen sich Hitzeinseln eindeutig anhand der Oberflächentemperatur identifizieren.
Bild: DLR (CC BY-NC-ND 3.0)


Experimente zur Flammenausbreitung in Schwerelosigkeit
Wie verhält sich Feuer in der Schwerelosigkeit – und was bedeutet das für künftige Raumfahrtmissionen im Orbit um die Erde, zum Mond oder sogar Mars? Dieser Frage geht gerade ein internationales Forschungsteam mit Experimenten an Bord der Internationalen Raumstation ISS nach. Die Experimentdaten sollen helfen die Brandausbreitung in Mikrogravitation besser zu verstehen.
<– Seitenansicht der Verbrennung einer 2 mm dicken PMMA-Probe unter Mikrogravitation im Solid Combustion Experiment Module (SCEM) an Bord der ISS. Die Probe wurde am rechten Ende entzündet und die Flammen bewegen sich entgegen der erzwungenen Luftströmung auf der Probe fort. Die grüne Hintergrundbeleuchtung stammt von einer LED.
Foto: JAXA
Wie das Gehirn auf Schwerelosigkeit reagiert
Im Rahmen der Mission CELLBOX-4 wird im kommenden Jahr ein innovatives Forschungsprojekt zur Internationalen Raumstation ISS starten: Mit „HippoBox“ sollen mithilfe von Hirnorganoiden neuroplastische Veränderungen in einem bestimmten Gehirn-Areal, dem Hippocampus, untersucht werden. Dies könnte für Langzeitmissionen im All von großer Bedeutung sein, aber auch auf der Erde selbst.
–> Vorbereitung des Projekts HippoBox. Im Bild Carola Hartel aus der Biophysik von GSI/FAIR.
Foto: Insa Schroeder, GSI

Aus den Sektionen und Fachgruppen

Die Astronomie-Szene Schweiz und international im August 2025
Dieser monatlich erscheinende Newsletter der SAG-SAS umfasst neben einem Rückblick auf die vergangenen Highlights aus dem Umfeld der Sektionen und Fachgruppen der SAG-SAS einen Ausblick auf die spannendsten Termine zu astronomischen und raumfahrttechnischen Ereignissen im Folgemonat.
Der Newsletter kann auf der folgenden Seite auch ganz einfach abonniert werden: sag-sas.ch/newsletter-abo/
22. – 24. August: Swiss Star Party 2025, Gurnigel BE
Wir laden alle Amateurastronomen und an Astronomie Interessierte herzlich zur nächsten Starparty ein. Das ist die Gelegenheit, um an einem vorzüglichen Standort auf ca. 1600 Meter über Meer gemeinsam den Sternenhimmel zu beobachten, über Fernrohre zu fachsimpeln und Erfahrungen auszutauschen.
An der Starparty wird kein streng organisiertes Programm dargeboten. Vielmehr soll es ein geselliges Beisammensein zum Gedankenaustausch bieten. Bitte nehmt also Eure Fernrohre, Montierungen, Feldstecher, CCD-Kameras, Sternkarten, Astrocomputer, Ohrwärmer etc. mit.


23./24. August: 44th European Symposium on Occultation Projects
The 44th European Symposium on Occultation Projects (ESOP XLIV) will be held in Poznań, Poland.
The European Symposium on Occultation Projects (ESOP) is an annual scientific meeting organised by the International Occultation Timing Association/European Section (IOTA/ES).
It joins the community interested in stellar occultations phenomena, the field of observational astronomy which has recently seen a great development thanks to the Gaia astrometric mission.
23. August: Zehnter Tag der offenen Tür bei GEO600
Am Samstag, den 23. August 2025, laden das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) und das Institut für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover zum zehnten Mal zum Besuch beim deutsch-britischen Gravitationswellen-Detektor GEO600 nahe Sarstedt. Zwischen 12 und 16 Uhr können sich alle Interessierten mit Forschenden auf dem Detektorgelände über den aktuellen Stand der Gravitationswellen-Astronomie, die Beiträge von GEO600 als Ideenschmiede der internationalen Forschung, und das verteilte Rechenprojekt Einstein@Home unterhalten und den Detektor besichtigen. Der diesjährige Tag der offenen Tür findet fast genau 30 Jahre nach dem ersten Spatenstich bei GEO600 statt.


1. September: Dönnis Erdscheibe
Referent: Dr. Urs Hafner (Historiker, Bern)
Melchior Dönni ist überzeugt: Die Erde ist eine Scheibe. Um 1900 lässt der Luzerner Käser sein Relief der flachen Erde in Bern patentieren. Er rechnet damit, dass es in den Schulen den Globus ablösen wird. Zudem breitet er sein Weltbild in mehreren Broschüren aus. Dönni ist im deutschen Sprachraum einer der ersten «Flacherdler». Wie ist der erfolgreiche Geschäftsmann zu seiner Theorie gekommen, warum hat er sie veröffentlicht, weshalb wurde er totgeschwiegen?
Diese etwas spezielle Geschichte hat nicht nur einen Bezug zu Luzern und zur Astronomie, sondern auch zur AGL: Melchior Dönnis Ururgrossvater ist auch ein direkter Vorfahre von Werni Dönni, seit 2005 Mitglied im Demonstratoren Team der Sternwarte Luzern.
Von den Schweizer Hochschulen
UNI GE: L’instrument NIRPS, un nouvel œil tourné vers le ciel au Chili
Une équipe internationale de scientifiques dont des astronomes de l’UNIGE publie les premiers résultats du nouveau spectrographe proche-infrarouge NIRPS.
And here is the English version of the article.
–> L’instrument NIRPS est installé sur le télescope de 3,6 mètres de l’observatoire de La Silla, au Chili. Ci-dessous: spectre pris par NIRPS lors des tests préliminaires effectués en juin 2023 sur l’étoile Proxima Centauri. © Etienne Artigau
© AdobeStock


UNI BE: Mond unter Beschuss
Woher kommt die Exosphäre des Mondes? Eine Studie der TU-Wien, an der die Universität Bern beteiligt ist und die an echtem Mondgestein durchgeführt wurde, zeigt: Die Wirkung geladener Sonnenwindteilchen auf den Mond wurde bisher massiv überschätzt.
<– Von der Mondoberfläche ins Labor: Links der Landeplatz der Apollo-16-Mission. Daneben: Kommandant John W. Young sammelt 1972 Mondproben. Die Detailvergrößerung zeigt den feinkörnigen Regolith (Mondstaub), aus dem eine kleine Menge entnommen, zu einem Pellet gepresst und an der TU Wien für hochpräzise Laborexperimente verwendet wurde.
© NASA / TU Wien
EPFL: Une nouvelle carte du cycle de vie stellaire
Des scientifiques de l’EPFL et de l’Institut d’astronomie Max Plank ont utilisé les données du satellite Gaia pour cartographier 35 000 étoiles variables dans 1200 amas stellaires. Ils révèlent ainsi de nouvelles méthodes pour suivre la vie des étoiles.
And here is the English version of the article.
–> Panorama de notre Voie lactée et des galaxies avoisinantes, basé sur les mesures de Gaia recensant près de 1,7 milliard d’étoiles
Crédit: ESA/Gaia/DPAC


UNI ZH: Zuschauen, wie Sterne entstehen
In der Astrophysik sind Bilder der Schlüssel zu neuen Erkenntnissen. Dazu gehören die Simulationen kosmischer Ereignisse, mit denen die Astrophysiker der UZH erforschen, wie Sterne, Planeten und Galaxien entstanden sind.
<– Die ersten Galaxien im Universum: Diese Simulation zeigt, wie die ersten Galaxien des Universums entstanden sind. Sie wurden kürzlich vom James Webb Space Telescope entdeckt und jetzt von der Forschungsgruppe von Lucio Mayer nachgebildet. Die dichten Knoten auf den Bildern sind Gaswolken, in denen die Sternhaufen geboren werden.
Bild: Lucio Mayer
ETH: Das neue Weltraumzeitalter könnte die Ozonschicht ausdünnen
Der rasante Anstieg der weltweiten Raketenstarts könnte die Erholung der lebenswichtigen Ozonschicht verlangsamen, sagt Sandro Vattioni. Das Problem werde unterschätzt – dabei liesse es sich durch vorausschauendes, koordiniertes Handeln abmildern.
–> Sandro Vattioni ist Postdoc in der Gruppe für Atmosphärenphysik und erforscht die mikrophysikalischen Wechselwirkungen von Feststoffpartikeln in der Stratosphäre und deren Effekt auf die Ozonschicht und das Klima.
Bild: ETH Zürich


Marc Eichenberger
Präsident
Seit Kindesbeinen bin ich begeisterter Amateurastronom und war mehr als 30 Jahre im Vorstand der Astronomischen Gesellschaft Luzern tätig, die letzten neun Jahre als deren Präsident. Als stolzer Besitzer von drei Teleskopen sowie einem Astro-Feldstecher verbringe ich die klaren Nächte am liebsten mit Freunden und Gleichgesinnten als visueller Beobachter. Wenn es die Zeit erlaubt, versuche ich als Mitglied der AAVSO auch einen kleinen, wissenschaftlichen Beitrag zu leisten. Als Präsident der SAG-SAS ist es unter anderem mein Ziel die Astronomie allen Interessierten auf verständliche Art zugänglich zu machen.

