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-> News aus Astronomie und Raumfahrt vom 06.03.2026

Astronomie

Beobachtungstipps im März

Der März bringt uns den Frühling, der offiziell am 20. März beginnt. Entsprechend erobern sich die Frühlingssternbilder allmählich ihren Platz am Abendhimmel. Die Venus entwickelt sich zum hellen Abendstern und der helle Jupiter begleitet uns fast durch die gesamte Nacht, nur vom Morgenhimmel zieht er sich zurück. Ansonsten machen sich die Planeten aber rar.

Und nicht verpassen: Am 28. März findet der diesjährige Tag der Astronomie statt. Viele Sternwarten und Planetarien werden an diesem Tag für das Publikum ihre Türen öffnen – nutzen Sie die Gelegenheit! 🙂

Thema des Monats: Sternbedeckungen durch den Mond

6. März: HEUTE AM HIMMEL

Kennen Sie die täglich publizierte Seite Heute am Himmel? Sie bietet tagesgenaue Informationen zu Astronomie und Raumfahrt, beginnend mit den Daten zum Mond und den Dämmerungszeiten. Anschliessend gibt sie in der Rubrik Tagesereignisse kurz und bündig einen kompakten Überblick zum Tagesgeschehen. Danach folgt eine tabellarische Auflistung der Astronomischen Ereignisse, gefolgt von den Planeten am Abend- und am Morgenhimmel. Zum Schluss werden die Überflugdetails zur Internationalen Raumstation (ISS) und hellen Satelliten, sowie die wichtigsten Links zur Sonnenbeobachtung gelistet.

Insgesamt also eine wichtige, astronomische Ressource, ohne die (fast) kein Amateurastronom auskommt!

Hinweis: Das Lesen dieses Beitrags setzt eine Mitgliedschaft beim ORION-Portal voraus.

AMPEL erlaubt gezielte Auswertung der Datenflut

Neue Großteleskope, die mit bislang unerreichter Auflösung große Bereiche des Nachthimmels überwachen, sorgen für eine ungeheure Datenflut. Damit spannende Signale in den Daten nicht übersehen werden, benötigt man Analysetools, die der Forschung einen gezielten Zugang zu den Daten ermöglichen. Für das neue Rubin-Teleskop kommt eine solche Plattform aus Deutschland.

Das Vera Rubin Observatory auf dem Gipfel des Cerro Pachón in Chile.

Foto: RubinObs / NOIRLab / SLAC / NSF / DOE / AURA / P. Horálek (Institute of Physics in Opava)

VLT: Blick auf den kosmischen Mittag mit BlueMUSE

Das Very Large Telescope der europäischen Südsternwarte ESO soll einen neuen leistungsfähigen Spektrographen erhalten: Ab 2034 soll BlueMUSE mit einem großen Sichtfeld, einer hohen spektralen Auflösung und einer außergewöhnlichen Effizienz im blauen Wellenlängenbereich einzigartige Beobachtungen ermöglichen – insbesondere in der Zeit des kosmischen Mittag.

BlueMUSE wird auf die Erfahrungen mit dem Instrument MUSE aufbauen, das am VLT-Teleskop Yepun installiert ist.

Foto: Zdeněk Bardon / ESO

Mit neuen Algorithmen zu neuen Erkenntnissen

Die Daten moderner Himmelsdurchmusterungen sind ohne die Hilfe von Computern kaum noch auszuwerten. Im Rahmen eines neuen Projekts wollen zwei Wissenschaftler nun Algorithmen entwickeln, mit denen sich Informationen aus den vorliegenden Daten wesentlich genauer extrahieren lassen. Sie hoffen auf neue Erkenntnisse zur Entstehung und Entwicklung der Milchstraße.

Mit der Anwendung des AstroLink-Clustering-Algorithmus auf über eine Milliarde Sterne, die im Rahmen der Gaia-Mission der ESA beobachtet wurden, konnten 7410 verschiedene Sternengruppen in der Milchstraße identifiziert werden.

Bild: William Oliver, Tobias Buck

HETDEX: Verborgene Strukturen im jungen Universum

Mithilfe von Daten des Hobby-Eberly-Teleskops wurde nun die bislang detaillierteste 3D-Karte der Lyman-Alpha-Emission erstellt, die von Wasserstoff im frühen Universum ausgestrahlt wird. Auf diese Weise können lichtschwache Galaxien und Gas identifiziert werden, die zuvor schwer zu beobachten waren. Insgesamt wertete das Team ein halbes Petabyte an Daten aus.

Und hier ein Beitrag auf space.com zum gleichen Thema.

Ausschnitt aus der Linienintensitätskarte, die die Verteilung und Konzentration von angeregtem Wasserstoff (über die Lyman-Alpha-Wellenlänge) im Universum vor zehn Milliarden Jahren kartiert. Die Sternsymbole markieren die Stellen, an denen HETDEX Galaxien identifiziert hat. Die kleine Abbildung simuliert die Struktur dieser Karte, nachdem sie vergrößert und das Hintergrundrauschen entfernt wurde.

Bild: Maja Lujan Niemeyer / Max Planck Institute for Astrophysics / HETDEX, Chris Byrohl / Stanford University / HETDEX

Euclid: So findet man eine (fast) unsichtbare Galaxie

Nicht alle Welteninseln im schier unendlichen Kosmos verraten sich durch ihr schillerndes Sternenlicht. Dunkle Galaxien enthalten kaum leuchtende Materie. Sie entziehen sich jeglichem Blick und erfordern daher raffiniertere Suchstrategien.

In der Aufnahme des Weltraumteleskops Euclid der ESA sind bis zu 1000 Galaxien des Perseus-Galaxienhaufens zu sehen. Womöglich verstecken sich dort aber auch Dunkle Galaxien, die nahezu vollständig aus Dunkler Materie bestehen. Im Hintergrund sind mehr als 100 000 weitere Galaxien zu erkennen – manche davon so weit entfernt, dass ihr Licht zehn Milliarden Jahre benötigte, um uns zu erreichen.

© ESA/Euclid/Euclid Consortium/NASA, image processing by J.-C. Cuillandre (CEA Paris-Saclay), G. Anselmi / Euclid’s view of the Perseus cluster of galaxies / CC BY-SA 3.0 IGO (Ausschnitt)

Kein Einschlag auf dem Mond im Jahr 2032

Neue Daten des James-Webb-Weltraumteleskops zeigen, dass der kleine Asteroid 2024 YR4 den Mond am 22. Dezember 2032 verfehlen und ihn im Abstand von 21000 Kilometern passieren wird.

Und hier die original Pressemitteilung der NASA und ein Beitrag auf space.com zum gleichen Thema.

Vorbeiflug statt Treffer: Der Asteroid 2024 YR4 (Illustration) wird laut neuer Daten den Mond am 22. Dezember 2032 verfehlen und nicht einschlagen.

© NASA/JPL-Caltech / NASA Asteroid Experts Create Hypothetical Impact Scenario for Exercise (Ausschnitt)

Neuer Katalog der LIGO-Virgo-KAGRA-Beobachtungen veröffentlicht

Der neueste Katalog, GWTC-4, enthält 128 neue Kandidaten aus dem vierten Beobachtungslauf und insgesamt mehr als doppelt so viele wie zuvor.

Die Visualisierung zeigt Verschmelzungen von Doppelsystemen Schwarzer Löcher mit Parametern, die mit den 86 Ereignissen aus dem GWTC-4.0-Katalog übereinstimmen. Die Bahnen der Schwarzen Löcher sind weiß dargestellt, die Gravitationswellenemissionen sind in den Farben von Violett bis Gelb dargestellt. Dunkle Violetttöne stehen für vergleichsweise schwache Gravitationswellen, während Gelbtöne die stärksten Wellen darstellen, die in der Nähe der Verschmelzung emittiert wurden. Die stärksten Gravitationswellen werden senkrecht zur momentanen Umlaufbahn emittiert. Bei präzedierenden Systemen ändert sich die Ausrichtung ihrer Umlaufbahn ständig.

© I. Markin (Universität Potsdam), T. Dietrich (Universität Potsdam und Max Planck Institut für Gravitationsphysik), H. Pfeiffer (Max Planck Institut für Gravitationsphysik)

APOD: Astronomy Picture of the Day

Hier das tagesaktuelle Bild von der Seite „Astronomy Picture of the Day“ (APOD) – ein wunderbares Bildarchiv zur Astronomie, das viele Jahre zurückreicht.

The Astrosphere of HD 61005

Image Credit: X-ray: NASA / CXC / Johns Hopkins Univ. / C.M. Lisse et al.; Infrared: NASA / ESA / STIS; Optical: NSF / NoirLab / CTIO / DECaPS2
Processing: NASA / CXC / SAO / N. Wolk – Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFCUMCPCRESST II)

AI Reveals New Galaxies in James Webb Space Telescope Images

Known as ASTERIS, the AI network removes noise from images to reveal features a full magnitude fainter than before.

A new way of removing noise from images like the James Webb Space Telescope’s Advanced Deep Extragalactic Survey, shown here, is revealing faint, new features — including dozens of early galaxies from the universe’s first 500 million years.

NASA / ESA / CSA / Brant Robertson (UC Santa Cruz) / Ben Johnson (CfA) / Sandro Tacchella (Cambridge) / Marcia Rieke (University of Arizona) / Daniel Eisenstein (CfA); Image processing Alyssa Pagan (STScI)

Rubin Observatory Sends 800,000 Alerts to Astronomers — Per Night

„The future evolution of WOH G64 remains uncertain.“

The much-anticipated Vera C. Rubin Observatory has released its first batch of astronomical alerts — and it’s huge. A single night of observation on February 24th resulted in 800,000 alerts of ephemeral events in the night sky.

illustration only

NSF–DOE Vera C. Rubin Observatory / NOIRLab / SLAC / AURA / P. Marenfeld / J. Pinto

The March 3 total lunar eclipse: a recap

Early this morning, I watched the total eclipse of the Moon from my observatory in Tucson, Arizona. Yesterday (Monday, March 2) was mostly clear with a cerulean blue sky throughout, a high temperature near 90 degrees Fahrenheit (32 degrees Celsius), and just a bit of a breeze, so I had high hopes that I’d see the event.

Auf dem OrionPortal konnte die Mondfinsternis als Live-Ticker verfolgt werden 🙂

This image, taken during totality, shows the difference observers noted between the brightness of the two halves of the Moon. It also captures the coppery-red color.

Credit: David Abbou

Stunning Mars image highlights one of Red Planet’s oldest cratered regions

It’s a great new look at an intriguing region called Arabia Terra.

Newly released Mars images offer a detailed look at one of the Red Planet’s oldest, most heavily cratered regions, highlighting a landscape shaped by billions of years of impacts, volcanism and erosion.

Portion of an image taken on Oct. 12, 2024, by the European Space Agency’s Mars Express orbiter showing the heavily cratered highlands of Mars‘ ancient Arabia Terra region. The photo is dominated by the old, eroded Trouvelot Crater.

Image credit: ESA/DLR/FU Berlin

Raumfahrt

A million satellites? Sign DarkSky’s open letter to SpaceX

Late last month, SpaceX filed a request with the U.S. Federal Communications Commission (FCC) seeking authorization for a new satellite constellation. Not hundreds of satellites. Not thousands. One million.

The proposal would deploy a vast network of AI data centers directly into low Earth orbit. This move would increase the number of satellites in the sky by nearly 70 times, representing the largest expansion of orbital infrastructure in history. Without meaningful oversight, this project could permanently alter the night sky as we know it.

And here are articles on skyandtelescope.org and space.com on the same topic.

Comet 12P/Pons-Brooks appears at sunset with visible satellite trails intentionally left in the image, illustrating how growing numbers of satellites are increasingly altering the night sky.

Credit: Joe Nidd

Artemis: NASA setzt zusätzliche Probemission vor der Mondlandung an

Die Vorgaben aus dem Weißen Haus sind klar: Eine Mondlandung soll es noch 2028 geben und damit in der Amtszeit von US-Präsident Trump. Um dieses Ziel zu erreichen, will die NASA ihr Artemis-Programm vereinfachen, sich auf Verfahren der Apollo-Entwicklung besinnen und vor der eigentlichen Mondlandung eine zusätzliche Testmission durchführen.

Und hier ein Beitrag auf spaceflightnow.com zum gleichen Thema.

Artemis II ist zurück im Vehicle Assembly Building des Kennedy Space Center.

Foto: NASA / Cory Huston

Spanish launch startup PLD Space raises $209 million to scale its rocket production

Spanish startup launch company, PLD Space, raised €180 million ($209 million) in its latest funding round as it works towards the inaugural flight of its next rocket, Miura 5.

PLD Space’s manufacturing facilities show the flow of production for its Miura 5 rockets.

Image: PLD Space

Vast raises $500 million to keep developing ‚Haven‘ private space stations

„It is exciting to welcome additional investors who recognize Vast’s long-term potential and share our belief in making this vision a reality.“

Vast wants to extend humanity’s footprint into the final frontier, and it now has a lot more money to funnel toward that goal.

Artist’s illustration of Vast’s Haven-1 space station in orbit, with a SpaceX Dragon capsule docked to it.

Image credit: Vast

Aus den Sektionen und Fachgruppen

Die Astronomie-Szene Schweiz und international im März 2026

Dieser monatlich erscheinende Newsletter der SAG-SAS umfasst neben einem Rückblick auf die vergangenen Highlights aus dem Umfeld der Sektionen und Fachgruppen der SAG-SAS einen Ausblick auf die spannendsten Termine zu astronomischen und raumfahrttechnischen Ereignissen im Folgemonat.

Der Newsletter kann auf der folgenden Seite auch ganz einfach abonniert werden: sag-sas.ch/newsletter-abo/

6. März: Daniel Ursprung – Neues aus der Raumfahrt

Referent: Daniel Ursprung (AGL), Durchführungsort: Verkehrshaus Luzern, Planetarium

Raumfahrtspezialist Daniel Ursprung von der Astronomischen Gesellschaft Luzern, bietet eine faszinierende Reise durch die neuesten Entwicklungen in der Raumfahrt. Es wird ein Überblick über aktuelle Forschungsmissionen und die bemenschte Raumfahrt gegeben. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Missionen, die in den kommenden Jahren geplant sind.

Von den Schweizer Hochschulen

UNI BE: CHEOPS deckt «Unordnung» in Planetensystem auf

Zuerst die Gesteinsplaneten, die sich in unmittelbarer Nähe ihres Sterns befinden, dann die Gasriesen: Bislang wurde angenommen, dass dies die übliche Reihenfolge von Planeten in ihren Systemen ist. Eine Annahme, die nicht nur auf unser Sonnensystem zutrifft, sondern auch auf die meisten der bisher identifizierten Planetensysteme. Die jüngste Entdeckung eines neuen Planeten um den Stern LHS 1903 durch das Weltraumteleskop CHEOPS stellt diese Theorie nun jedoch in Frage.

Künstlerische Darstellung des Planetensystems um den Stern LHS 1903.

© ESA

EPFL: Des signaux extraterrestres indétectés ont-ils déjà atteint la Terre?

Depuis des décennies, les scientifiques scrutent le ciel à la recherche de signes de technologie provenant d’autres planètes. Une étude de l’EPFL pose une question pertinente : si de tels signaux sont parvenus jusqu’à nous sans que nous nous en rendions compte, que pouvons-nous réellement espérer repérer aujourd’hui ?

And here is the English version of the article and an article on spacedaily.com on the same topic.

Le radiotélescope Effelsberg de l’Institut Max Planck de radioastronomie près de Bad Münstereifel-Effelsberg.

Copyright-Hinweis: Knöchel, Franz-Josef / Landschaftsverband Rheinland / CC-BY

ETH: Warum nur wenige Planeten für Leben in Frage kommen

Forschende der ETH Zürich konnten zeigen, warum nur wenige Planeten die chemischen Voraussetzungen für Leben besitzen – und weshalb die Erde ein Glücksfall ist. Ihre Erkenntnisse könnte die Suche nach Leben im Universum verändern.

Ein junger Stern, der von einer Scheibe aus Gas und Staub umgeben wird. Aus diesem Material können neue Planeten entstehen. Ob diese die chemischen Voraussetzungen für Leben besitzen, hängt vom richtigen Sauerstoffgehalt während der Kernbildung ab.

Bild: Nasa-JPL

UNI GE: CHEOPS détecte un nouveau désordre planétaire

Le satellite CHEOPS a permis la découverte d’une quatrième exoplanète autour de l’étoile LHS 1903, qui se serait formée après les autres, remettant en cause notre compréhension de la formation planétaire.

And here is the English version of the article.

Représentation artistique du système planétaire «étrange» autour de l’étoile LHS 1903.

© ESA

UNI ZH: Reise zum Urknall

Am CERN können Forschende an die Anfänge unseres Universums zurückreisen. Ben Kilminster konstruiert die präzisesten Teile der riesigen CERN-Detektoren, die das möglich machen – und er sucht in seiner Forschung nach Fehlern in den physikalischen Erklärmodellen.

Mit dem Large Hadron Collider am CERN können Bedingungen kurz nach dem Urknall rekonstruiert werden. Mit Detektoren, die UZH-Physiker Ben Kilminster entwickelt, und einem neuen Teilchenbeschleuniger könnten künftig weitere physikalische Rätsel gelöst werden.

Im Bild: CMS-Detektor am CERN/Bild: CERN

Marc Eichenberger

Präsident

Seit Kindesbeinen bin ich begeisterter Amateurastronom und war mehr als 30 Jahre im Vorstand der Astronomischen Gesellschaft Luzern tätig, die letzten neun Jahre als deren Präsident. Als stolzer Besitzer von drei Teleskopen sowie einem Astro-Feldstecher verbringe ich die klaren Nächte am liebsten mit Freunden und Gleichgesinnten als visueller Beobachter. Wenn es die Zeit erlaubt versuche ich als Mitglied der AAVSO auch einen kleinen, wissenschaftlichen Beitrag zu leisten. Als Präsident der SAG-SAS ist es unter anderem mein Ziel die Astronomie allen Interessierten auf verständliche Art zugänglich zu machen.

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