Astronomie
Beobachtungstipps im April
Die Sterne des Frühlings prägen den abendlichen Himmel und sogar erste Anzeichen des Sommers lassen sich bereits entdecken. Unser Nachbarplanet Venus ist weiterhin Abendstern: Außer Mond und Sonne ist aktuell kein Objekt am Himmel heller – auch nicht der Gasriese Jupiter, der sich zudem vom Morgenhimmel zurückzieht. Ende des Monats sind die Lyriden zu sehen.
Der Komet C/2025 R3 (PanSTARRS) ist seit dem 17. April (mit Hilfe eines Feldstechers) und noch bis ca. dem 24. April am Morgenhimmel zu bestaunen. Kurz nach Monduntergang, in der zweiten Nachthälfte vom 21. auf den 22. April wird dann zusätzlich auch noch der Meteorstrom der Lyriden zu beobachten sein – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit 🙂
Thema des Monats: In den kommenden Jahren vermehrt «liegende Mondsicheln»


17. April: HEUTE AM HIMMEL
Kennen Sie die täglich publizierte Seite Heute am Himmel? Sie bietet tagesgenaue Informationen zu Astronomie und Raumfahrt, beginnend mit den Daten zum Mond und den Dämmerungszeiten. Anschliessend gibt sie in der Rubrik Tagesereignisse kurz und bündig einen kompakten Überblick zum Tagesgeschehen. Danach folgt eine tabellarische Auflistung der Astronomischen Ereignisse, gefolgt von den Planeten am Abend- und am Morgenhimmel. Zum Schluss werden die Überflugdetails zur Internationalen Raumstation (ISS) und hellen Satelliten, sowie die wichtigsten Links zur Sonnenbeobachtung gelistet.
Insgesamt also eine wichtige, astronomische Ressource, ohne die (fast) kein Amateurastronom auskommt!
Hinweis: Das Lesen dieses Beitrags setzt eine Mitgliedschaft beim ORION-Portal voraus.
Wie planetenbildende Scheiben um junge Sterne entstehen
Aus wirbelndem Gas und Staub entstehen Planeten. Dank einer jetzt vorgestellten Studie lässt sich nun erstmals im Detail nachvollziehen, wie einströmendes Material aus sternbildenden Regionen allmählich zu planetenbildenden Scheiben wird. Dazu wurden numerische Simulationen mit Beobachtungen des Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array kombiniert.
Anschauliche Darstellung von ENDTRANZ, der Übergangszone zwischen Gashülle und protoplanetarer Scheibe. Der rot gefärbte Ring zeigt, wie Gas von der einfallenden Hülle in geordnete Rotation übergeht. Basierend auf KI-Visualisierung von Simulationsdaten.
Bild: Indrani Das / ASIAA


Hinweis auf fossilen Magnetismus in Sternen
Der Magnetismus an der Oberfläche längst erloschener Sternüberreste könnte ein Hinweis auf Magnetismus in den Kernen ihrer sterbenden Vorläufersterne sein. Das zeigten jetzt Modelle eines österreichischen Forschungsteams. Diese Magnetfelder wären schon früh im Leben des Sterns entstanden, hätten dessen Entwicklung überdauert, um schließlich als „Fossilfelder“ zum Vorschein zu kommen.
Wie die Entwicklung eines Sterns die Form eines Magnetfelds verändert: Anstatt im Zentrum konzentriert zu sein, können Magnetfelder schalenförmige Strukturen bilden – dargestellt durch rosa Feldlinien –, so die Simulationen des ISTA‑Teams.
Bild: Lukas Einramhof / ISTA
FYST: Submillimeter-Teleskop in 5600 Meter Höhe eingeweiht
Gut drei Jahrzehnte nach der ursprünglichen Idee hat nun das Fred Young Submillimeter Telescope nahe dem Gipfel des Cerro Chajnantor im chilenischen Parque Astronómico Atacama seinen Betrieb aufgenommen. Die Astronomie erhofft sich von dem Teleskop neue Erkenntnisse über die Entstehung von Sternen und Galaxien und der großen Strukturen im Universum.
Das Fred Young Submillimeter Teleskop in der Atacamawüste ist jetzt einsatzbereit.
Foto: Niclas Carl / Universität zu Köln


Der leuchtende Puls der menschlichen Zivilisation
Aus großer räumlicher und zeitlicher Entfernung betrachtet nimmt das nächtliche Leuchten bewohnter Bereiche der Erde stetig zu. Wie schwankend dieses Leuchten aber in Wirklichkeit ist, zeigt eine jetzt vorgestellte Studie anhand einer neuen Analyse von Satellitendaten. Die Schwankungen können dabei ganz verschiedene Ursachen haben.
Der nächtliche Blick auf die Erde erfasst anhand der künstlichen Lichtemissionen die menschlichen Aktivitäten auf der östlichen Hemisphäre des Planeten.
Bild: Michala Garrison / NASA Earth Observatory
Komet PANSTARRS am Morgenhimmel zu sehen
Mit einem herkömmlichen Fernglas lässt sich derzeit am frühen Morgen bei klarer Sicht ein Komet beobachten, der vergleichsweise nahe an die Erde herankommt. Wann genau ist er wo? Und wie erkennt man ihn?
Der Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) steht am frühen Morgen tief über dem östlichen Horizont. Er nähert sich dem sonnennächsten Punkt seiner Bahn und bleibt daher nur noch für kurze Zeit sichtbar, ehe er im gleißenden Licht der Sonne verschwindet.
© Michael Jäger und Gerald Rhemann (Ausschnitt)


Ungleiche Zwillinge im Gezeitentanz
Zwei Weiße Zwerge in einem ultrakompakten Doppelsternsystem umrunden einander in Rekordtempo und könnten eine vielversprechende Quelle von Gravitationswellen sein. Ihr Umlauf dauert weniger als eine halbe Stunde und kündigt ein fernes, aber explosives Ende an.
Das Doppelsternsystem wurde ursprünglich in Daten des Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS) identifiziert, findet sich aber auch in jenen des SkyMapper Southern Survey (SMSS) und ist daher auch unter der Bezeichnung SMSS J1138−5139 gelistet (Illustration).
© Caltech/IPAC/R. Hurt / Dead Stars Found Whipping Around Each Other in Minutes (Ausschnitt)
Ein kosmisches Fossil aus der Großen Magellanschen Wolke
Astronomen haben den bislang metallärmsten Stern entdeckt. Seine Eigenschaften stellen gängige Modelle der Sternentstehung vor neue Herausforderungen und liefern zugleich wertvolle Hinweise auf die noch unentdeckte erste Sternpopulation im Universum.
Und hier ein Beitrag auf space.com zum gleichen Thema.
Der Rote Riese SDSS J0715-7334 (Mitte) entstand nahe der Großen Magellanschen Wolke (links) und hat eine Milliarden Jahre lange Reise durch den Halo unserer Galaxis (rechts) hinter sich (Illustration).
© Navid Marvi/Carnegie Science / Found: Most pristine star in the universe (Ausschnitt)


APOD: Astronomy Picture of the Day
Hier das tagesaktuelle Bild von der Seite „Astronomy Picture of the Day“ (APOD) – ein wunderbares Bildarchiv zur Astronomie, das viele Jahre zurückreicht.
M82: Starburst Galaxy with a Superwind
Image Credit & Copyright: Arnaud Malleval
Schlechte Aussichten für die Welten von TRAPPIST-1
Es sieht schlecht aus im Hinblick auf eine mögliche Bewohnbarkeit des dicht gepackten Planetensystems um TRAPPIST-1: Zumindest die beiden innersten Planeten weisen nach Messdaten des James-Webb-Weltraumteleskops keine Atmosphäre auf.
Und hier die Pressemitteilungen der Uni Bern und der Uni Genf zum gleichen Thema.
Sieben Planeten von ungefähr Erdgröße und Erdmasse umrunden in geringen Abständen den Roten Zwerg TRAPPIST-1. Schon seit langer Zeit wird über ihre Bewohnbarkeit diskutiert.
© NASA/JPL-Caltech (Ausschnitt)


Planeten im Griff eines Braunen Zwergs
Der Stern TOI-201 im südlichen Sternbild Netz (Reticulum) wird von zwei Exoplaneten und einem Braunen Zwerg begleitet. Alle drei Objekte ziehen von uns aus gesehen vor ihrem Stern vorbei, aber die räumliche Lage ihrer Umlaufbahnen verändert sich rasch innerhalb weniger Hundert Jahre. Wodurch wird das bewirkt?
Im Sternsystem TOI-201 befinden sich drei Objekte (Illustration): Im Vordergrund links ist ein Brauner Zwerg zu sehen, der etwa acht Jahre für einen Umlauf benötigt. Rechts vom Stern zeigt sich ein jupiterähnlicher Exoplanet, dessen Jahr 53 Tage dauert. Vor dem Stern ist der innerste Begleiter als dunkler Punkt zu sehen, es ist eine Super-Erde, die nur 5,8 Tage für eine Umkreisung benötigt.
© Tedi Vick / An artist rendering of the system. (IMAGE) (Ausschnitt)
NASA’s Webb Redefines Dividing Line Between Planets, Stars
Planets, like those in our solar system, form in a bottom-up process where small bits of rock and ice clump together and grow larger over time. But the heftier the planet, the harder it is to explain its formation that way.
Astronomers used NASA’s James Webb Space Telescope to examine 29 Cygni b, an object about 15 times as massive as Jupiter orbiting a nearby star. They found multiple lines of evidence that 29 Cygni b indeed formed from this bottom-up process, bringing new insights into how the heftiest planets come to be.
Astronomers used NASA’s James Webb Space Telescope to directly image 29 Cygni b, which weighs 15 times Jupiter. They found evidence for heavy chemical elements like carbon and oxygen, which strongly suggests it formed like a planet by accretion within a protoplanetary disk.
Image: NASA, ESA, CSA, William Balmer (JHU, STScI), Laurent Pueyo (STScI); Image Processing: Alyssa Pagan (STScI)


Rubin Observatory Announces 11,000 New Asteroids
The Vera C. Rubin Observatory promised to discover up to half a million new solar system objects each year of operation. It isn’t fully operational yet, and it’s already delivering on that promise.
The model shows a total of almost 12,700 asteroids that were discovered with Rubin over the span of 1.6 years (light teal). Known asteroids are dark blue. These are the August 2025 locations of the discovered objects.
NSF–DOE Vera C. Rubin Observatory / NOIRLab / SLAC / AURA / R. Proctor; Star map: NASA GSFC SVS; Gaia DR2: ESA / Gaia / DPAC Image processing: M. Zamani (NSF NOIRLab)
Planets Collide Around Young, Sun-like Star
Astronomers have uncovered evidence that two planets collided around a young star, revealing how giant impacts sculpt baby solar systems.
Rendering of the planetary collision suspected around a young, Sun-like star.
Andy Tzanidakis


R Aquarii’s strange, twisted relationship
This symbiotic binary system comprises two very different stars locked together.
As odd couples go, it’s tough to beat the stellar pair at the heart of R Aquarii. This symbiotic binary system comprises a cool red giant and a sizzling white dwarf locked in a 44-year elliptical orbit.
Credit: X-ray: NASA/CXC/SAO; ESA/XMM-Newton; Optical HST: NASA/ESA/STScI; Optical Ground: Deep Space Remote observatories/B. Fera and S. Mandel; ESO/VLT
The Lyrid meteor shower 2026 has begun! Here’s what to expect
Fireballs and meteors could be seen anytime the constellation Lyra is above the horizon.
The Lyrid meteor shower has begun! Here’s what to expect as the shooting star display brightens the spring night sky, when it peaks and how to know if you’ve spotted a Lyrid, or a sporadic meteor!
United_Artists_contract_signature_1919 Public Domain: Public Domain | Public Domain, cof: Werner Niedermeier | Werner Niedermeier, Fledermaus-Tier-Natur: Canva | Canva


This giant telescope could discover habitable exoplanets and secrets of our universe – if it gets its funding
„I believe the most remarkable discoveries that the GMT will make will be the ones that we haven’t even imagined yet. There’s no telling what we’ll find.“
The Giant Magellan Telescope project is gearing up for a crucial 12–24 months, with their final design phase underway as the team behind the project seek further funding to make the dream of the 25.4-meter (83 feet) multi-mirror telescope a reality.
A rendering of what the Giant Magellan Telescope will look like when complete.
Image credit: Giant Magellan Telescope – GMTO Corporation
Raumfahrt
Mehr deutsche Expertise für Europas Raumfahrt
Mit dem neuen German Graduate Trainee Programme soll der Anteil deutscher Fachkräfte in europäischen Raumfahrtorganisationen langfristig erhöht und Raumfahrtkompetenzen in Deutschland insgesamt gestärkt werden. Die Trainees werden bis zu zwei Jahre lang bei der ESA Einblick in die verschiedensten Bereiche erhalten, um sie so auf eine Karriere in der Raumfahrt vorzubereiten.
Die Deutsche Raumfahrtagentur im DLR engagiert sich für den Nachwuchs der europäischen Raumfahrt. Über das neue German Graduate Trainee Programme wird jungen deutschen Expertinnen und Experten eine Chance gegeben, ihre Karriere bei der ESA zu starten, um anschließend entweder weiterhin bei der ESA oder in zentralen Bereichen der europäischen Raumfahrt tätig zu werden. Das Programm startet 2026 und soll jährlich sechs Trainees umfassen.
Foto: ESA / Melanie Lemahieu


Crew von Artemis II kehrt zur Erde zurück
Nach fast genau neun Tagen Missionsdauer sind die vier Astronauten von Artemis II auf der Erde gelandet. In der Nacht auf Samstag, den 11. April unserer Zeit, wasserte das Raumschiff Orion im Pazifik vor der kalifornischen Küste.
Splashdown! Nach ihrer neuntägigen Reise um den Mond wasserten die Astronauten von Artemis II vor der kalifornischen Pazifikküste. Nach einem nicht ungefährlichen Eintritt in die Erdatmosphäre, schwebte die Raumfähre Orion schließlich an drei Fallschirmen hängend ins Meer.
© NASA / NASA’s Artemis II Live Mission Coverage (Ausschnitt)
What Were the Flashes That Artemis 2 Astronauts Saw?
The crew of Artemis 2 reported six flashes of light while passing behind the Moon. We’ve seen those kinds of flashes before.
As the crew passed behind the Moon, from Earth’s perspective, they witnessed six flashes of light — small objects hitting the Moon’s surface. (Note: The flashes were reported visually; they last less than a tenth of a second so none were captured in the astronauts‘ photography.)
NASA


With renewed interest in going to the Moon, how will future trash be dealt with?
Organizations are looking at the problem through three different lenses: preservation, mitigation, and recycling.
Organizations — political, scientific, and commercial — are showing interest in going to the Moon. But all trips there have produced trash that has no future use after being used on the Moon. Are there plans being made by these groups to address the trash problem?
A jettison bag — used during the Apollo missions to collect and discard food wrappers, human-waste bags, and equipment the astronauts were done using — lies near the Lunar Module on the Moon’s surface during Apollo 11.
Credit: Image Science and Analysis Laboratory, NASA-Johnson Space Center
SpaceX fires up next-gen ‚Version 3‘ Starship ahead of landmark May test flight
„Full-duration static fire for the first time on Starship V3.“
The new, juiced-up version of SpaceX’s Starship megarocket just cleared a big hurdle on the path to its first-ever launch.
That liftoff, targeted for early or mid-May, will be the 12th overall for Starship but the first for the vehicle’s „Version 3,“ which is bigger and more powerful than its predecessors.
On Tuesday evening (April 14), SpaceX announced that it had conducted a static-fire test with a Starship V3 upper stage, lighting its engines while the vehicle stayed anchored to the pad.
SpaceX conducts a full-duration static fire test with the upper stage of the Starship V3 vehicle that will conduct the Flight 12 test. SpaceX posted this image on X on April 14, 2026.
Image credit: SpaceX


Private Japanese spacecraft will inspect 2 dead satellites in 2027
ISSA-J1 will rendezvous with two defunct satellites in separate orbits, demonstrating advanced on-orbit inspection and maneuvering capabilities.
Japanese space-sustainability company Astroscale has unveiled plans for a mission it says will be the world’s first to inspect multiple defunct satellites in different orbits.
Artist’s illustration of Astroscale’s ISSA-J inspection mission in Earth orbit.
Image credit: Astroscale
‚That was a wonderful toilet‘: Artemis 2 commander defends mission’s lunar loo
„Those great engineers that made that toilet, I don’t want them hanging their head low.“
Artemis 2’s space toilet doesn’t deserve the bad press it’s gotten over the past two weeks, according to mission commander Reid Wiseman.
The toilet on board Artemis 2’s Orion capsule, named „Integrity“. – the capsule, not the toilet 😉
Image credit: NASA/Canadian Space Agency


Landing astronauts on the moon ‚is absolutely doable, and it’s doable soon,‘ NASA’s Artemis 2 commander says
„If you had given us the keys to the lander, we would have taken it down and landed on that moon.“
The astronauts who flew NASA’s Artemis 2 mission around the moon splashed down less than a week ago — and they’re back at work helping the agency prepare for the program’s next giant leap.
Earth sets on April 6, 2026, over the moon’s curved limb in this photo captured by the Artemis 2 crew during their journey around the far side of the moon.
Image credit: NASA
Aus den Sektionen und Fachgruppen
Die Astronomie-Szene Schweiz und international im April 2026
Dieser monatlich erscheinende Newsletter der SAG-SAS umfasst neben einem Rückblick auf die vergangenen Highlights aus dem Umfeld der Sektionen und Fachgruppen der SAG-SAS einen Ausblick auf die spannendsten Termine zu astronomischen und raumfahrttechnischen Ereignissen im Folgemonat.
Der Newsletter kann auf der folgenden Seite auch ganz einfach abonniert werden: sag-sas.ch/newsletter-abo/


13. – 20. April: International Dark Sky Week
International Dark Sky Week is a global celebration of the night.
From the darkness needed for a restful night’s sleep to the activities we enjoy beneath the stars, the night is filled with wonder and importance. Dark nights sustain critical wildlife ecosystems, strengthen the well-being of our communities, enable scientific discovery, and preserve shared cultural knowledge and traditions.
Join us this April as we “go dark” to explore the night and take action to protect dark skies worldwide.
For more information see https://idsw.darksky.org/
23. April: Entwicklung der optischen Teleskope in den letzten 70 Jahren
Referent: Prof. em. Dr. Hans Martin Schmid (ETHZ), Durchfürungsort: Uni Bern, Hauptgebäude West
Die astronomische Instrumentierung hat in den letzten 70 Jahren eine enorme Entwicklung durchlaufen, dank der wir das Universum heute viel besser verstehen. Dieser Vortrag gibt einen Überblick darüber, wie sich optische Teleskope seit 1955 – beziehungsweise seit dem Bau des 5-Meter-Teleskops auf dem Mount Palomar – entwickelt haben.
Grosse Fortschritte ermöglichten die Einführung deutlich empfindlicherer Pixelkameras anstelle der früher verwendeten Fotoplatten sowie die Kombination optischer Daten mit Beobachtungen von Radio- und Röntgenteleskopen. Weitere wichtige Meilensteine waren der Bau von Weltraumteleskopen, die Errichtung von 8- bis 10-Meter-Teleskopen auf der Erde sowie die Einführung neuer Technologien wie adaptiver Optik und optischer Interferometrie.
Die Entwicklung geht weiter und wird mit der Inbetriebnahme des 39-Meter-Teleskops der ESO in einigen Jahren einen weiteren Meilenstein erreichen. Anhand ausgewählter Beispiele wird zudem gezeigt, wie diese Teleskope unser Weltbild verändert haben.
Picture Credit: C. Letelier/ESO


25. April: 9. Internationales Jost Bürgi Symposium
Das erfolgreiche Konzept der jährlich durchgeführten Jost Bürgi-Symposien wird auch im Jahr 2026 fortgesetzt werden. Unser Ansatz besteht darin, Bürgi nicht nur historisch anhand seiner Instrumente und aufgrund seiner wissenschaftlichen Leistungen zu bewerten, sondern auch, wie sein Wirken bis in unsere heutige Zeit reicht.
Gerade für junge Leute ist hochmotivierend zu wissen, wenn sich ihre Tätigkeit bis in Bürgis Zeiten zurückführen lässt und ab dann stetig verbessert wurde. “Wer keine Herkunft hat, hat auch keine Zukunft”. Damit könnte man das Bewusstsein stärken, dass alle Technologien eine Geschichte haben, die zu kennen wichtig ist, wenn man sie verstehen will.
Nach dem Jahr 2025, das unter dem Thema “Bürgi und die Uhren” stand und den Bogen von Uhren aus Bürgis Zeit bis zu den heutigen stark verkleinerten Atomuhren spannte, wird das Thema am 25. April 2026 “Bürgi und die Vermessung” sein.
Von den Schweizer Hochschulen
UNI BE: Zwischen ewiger Nacht und ewigem Tag: Klimakarten zweier Erdverwandter
Mit dem James-Webb-Weltraumteleskop hat ein internationales Team detaillierte Klimakarten von zwei erdähnlichen Planeten im TRAPPIST‑1‑System erstellt. Extreme Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht deuten darauf hin, dass ihnen dichte Atmosphären fehlen.
Diese künstlerische Darstellung zeigt TRAPPIST-1 und seine Planeten, die sich in einer Oberfläche spiegeln. Das Potenzial für Wasser auf den einzelnen Planeten wird zudem durch den Frost, die Wasserlachen und den Dampf dargestellt, die die Szene umgeben.
© NASA/R. Hurt/T. Pyle


UNI GE: Entre nuit et jour éternels, le visage de deux cousines de la Terre
Une équipe internationale incluant l’UNIGE et l’UNIBE cartographie pour la première fois le climat d’exoplanètes rocheuses à l’aide du télescope spatial James Webb.
And here is the English version of the article.
Illustration d’artiste montrant TRAPPIST-1 et ses planètes. Le potentiel de présence d’eau est également représenté par le givre, des étendues d’eau et de la vapeur entourant la scène.
© NASA/R. Hurt/T. Pyle
EPFL: L’EPFL contribue à déterminer le rythme d’expansion de l’Univers
Une collaboration internationale, à laquelle participent des chercheurs de l’EPFL, fait état de la mesure directe la plus précise de la constante de Hubble, réalisée à l’aide d’un réseau de mesures de distance mis en place par la communauté scientifique et conçu pour réduire les biais et vérifier la cohérence entre les différentes méthodes.
And here is the English version of the article.
L’analogie du « plan de métro » pour le réseau de distance local. D’après Casertano et al., 2025.
Illustration de Fabio Crqmeri, ISSI.


UNI ZH: Reise zum Urknall
Am CERN können Forschende an die Anfänge unseres Universums zurückreisen. Ben Kilminster konstruiert die präzisesten Teile der riesigen CERN-Detektoren, die das möglich machen – und er sucht in seiner Forschung nach Fehlern in den physikalischen Erklärmodellen.
Mit dem Large Hadron Collider am CERN können Bedingungen kurz nach dem Urknall rekonstruiert werden. Mit Detektoren, die UZH-Physiker Ben Kilminster entwickelt, und einem neuen Teilchenbeschleuniger könnten künftig weitere physikalische Rätsel gelöst werden.
Im Bild: CMS-Detektor am CERN/Bild: CERN
ETH: Die Erde entstand aus lokalen Bausteinen
Planetenforscher der ETH Zürich zeigen, dass das Material, aus dem die Erde gemacht ist, ausschliesslich aus dem Inneren unseres Sonnensystems stammt. Das wirft auch ein neues Licht auf die Entstehungsgeschichte unseres Planeten.
Etwa so könnte es bei der Entstehung der Erde in unserem Sonnensystem ausgesehen haben. Geburt von zwei Planeten (beige Punkte) in einer protoplanetaren Scheibe um den jungen Stern WISPIT 2.
Bild: ESO / C. Lawlor, R. F. van Capelleveen et al. / Creative Commons BY 4.0


Marc Eichenberger
Präsident
Seit Kindesbeinen bin ich begeisterter Amateurastronom und war mehr als 30 Jahre im Vorstand der Astronomischen Gesellschaft Luzern tätig, die letzten neun Jahre als deren Präsident. Als stolzer Besitzer von drei Teleskopen sowie einem Astro-Feldstecher verbringe ich die klaren Nächte am liebsten mit Freunden und Gleichgesinnten als visueller Beobachter. Wenn es die Zeit erlaubt versuche ich als Mitglied der AAVSO auch einen kleinen, wissenschaftlichen Beitrag zu leisten. Als Präsident der SAG-SAS ist es unter anderem mein Ziel die Astronomie allen Interessierten auf verständliche Art zugänglich zu machen.

