Autor: Markus Furger, Fotos: Markus Furger und Marc Eichenberger
Am späten Nachmittag des 24. Oktober 2025 versammelten sich rund 20 Interessierte aus der Rudolf-Wolf-Gesellschaft (RWG) und der Fachgruppe Astronomie-Geschichte (FGAG) der SAG vor der Eidgenössischen Sternwarte (Semper-Sternwarte) in Zürich. Begrüsst wurden sie von Dorothea Zimmermann und Roberta Spano von der ETH-Bibliothek.
Die beiden Historikerinnen erklärten die Baugeschichte der Sternwarte, das heute am besten erhaltene Bauwerk von Gottfried Semper. Ausserdem beschrieben sie die Funktionsweise und Bedeutung der Instrumentensockel auf dem Vorplatz, die bis in die 1980er Jahre zur Sonnenbeobachtung und geodätischen Vermessung in der Ausbildung genutzt wurden.






Anschliessend führten sie durch das Erdgeschoss mit dem Rudolf-Wolf-Saal und dem Meridiansaal, in dem ursprünglich Transit-Instrumente zur Positionsmessung standen. Im Foyer wurden ausgewählte Taschensonnenuhren vorgestellt, bevor die übrigen historischen Geräte in den Vitrinen individuell begutachtet werden konnten. Parallel dazu bot sich die Gelegenheit, die Kuppel der Sternwarte mit dem originalen Refraktor zu besichtigen. Die technischen Details erläuterte Thomas K. Friedli.






Im Anschluss hielt Thomas K. Friedli einen Vortrag über das Leben und Werk von Rudolf Wolf (1816–1893), Gründer und erster Direktor der Eidgenössischen Sternwarte. Wolf legte die Grundlagen für die Sonnenastronomie in Zürich – eine Beobachtungsreihe, die schon in Bern begann und heute weltweit die längste ununterbrochene Sonnenbeobachtungsserie darstellt. Sein wohl bedeutendster Beitrag ist die Entwicklung der Sonnenfleckenrelativzahl zur Beschreibung der Sonnenaktivität. Darüber hinaus engagierte sich Wolf in den Bereichen Geodäsie und Meteorologie und prägte damit auch diese Wissenschaften in der Schweiz.
Die Exkursion war ein voller Erfolg, wobei auch das Wetter mitspielte. Vergleichbare Veranstaltungen sind von der FGAG auch künftig geplant.

