Text und Bilder: Roman Rehn
Wie jedes Jahr sind die jungen Hobbyastronomen von der ganzen Schweiz über Auffahrt ins SOLAIS. Das Selbstorientierte Lern- und Astronomielager der Astronomischen Jugend der Schweiz findet immer über Auffahrt statt, was die Suche nach dem Datum so schön einfach macht.
Mit dem Wetter hatten wir dieses Jahr leider kein Glück. Nicht nur kamen die Wolken am Mittwochabend, sie brachten auch die Kälte mit und die zwei blieben unsere Begleiter bis Sonntagmittag, als wir wieder nach Hause fuhren.
Weil die Astronomie absehbar nicht stattfand, haben wir diesmal sogar darauf verzichtet, mehr als ein Fernglas und ein paar Bücher mitzunehmen. Sehnsüchtig haben wir die Karten studiert und die Bilder angeschaut. Was wir denn sehen würden, wenn wir es sehen könnten und wo der Horizont was verdeckt und welche Kugelsternhaufen denn drüber sind und ob man nicht das Niesen-Berglicht, zum Kreis unscharf eingestellt, den anderen Beobachtern als Mars verkaufen könnte (das war das einzige ferne Licht, welches wir überhaupt ab und zu sehen konnten).
Die Reue war aber nur von kurzer Dauer, denn wir waren schliesslich vorbereitet auf schlechtes Wetter. Da gab es erstmal heisses, gutes Essen am Abend. Immer vegetarisch mit z. B. optionalen Speckwürfeli bei den Älplermagronen. Zum anderen Fajitas als Snack zwischendurch, ein frisches Rührei zum Frühstück oder eine selbstgebackene Ankezüpfe.
Das Haus Hellboden vom Skiclub Krattigen ist mit Holz heizbar und wir mussten das Öfelchen gut in Betrieb halten, um den Aufenthaltsraum und die Schlafräume warmzuhalten. In der gemütlichen, stillen Atmosphäre konnte dann jeder entspannt seiner Tätigkeit nachgehen. Es wurde gelernt und studiert, gelesen und geschrieben, gemalt und gebastelt, gespielt und gewonnen.




Täglich wagten ein paar von uns das Unterfangen, an die frische Luft zu gehen für eine kleine Wanderung. Wir sind dem Regen gemäss Wetterkarte soweit es ging in Zeit und Geografie ausgewichen, manchmal hat er uns dann doch eingeholt, am liebsten, als wir auf halber Strecke waren. Die Regenfront kam dunkel und erdrückend über den Thunersee der Länge nach abgebraust und man musste sich entscheiden, der beeindruckenden Naturgewalt von Münsingen bis zur Umzingelung zuzusehen oder schlauerweise vorher ins Trockene zu flüchten.
Es gab geteilte Meinungen. Wir waren nur deshalb nicht lange im Regen, weil es angefangen hat zu hageln. Der Hagel hat auch nicht lange gehalten, denn er wurde rasch von Schnee abgelöst.
Die Kühe um unser Heim herum haben sich, wo möglich unter die Vordächer von den Scheunen, Häuser und Schober zurückgezogen, was zu neugierigen Gästen an unseren Fenstern geführt hat.
Insgesamt war das SOLAIS aber für alle Teilnehmenden eine produktive und entspannte Zeit und so überrascht es nicht, dass die Hälfte der Plätze für das AJB-Lager vom 15. – 19.07.2026 im Skihaus Hellboden auch schon wieder vergeben sind. Wir hoffen auf besseres Wetter aber werden auch dann vorbereitet sein auf schlechtes Wetter. Schneien wird es im Juli hoffentlich nicht.

Marc Eichenberger
Präsident
Seit Kindesbeinen bin ich begeisterter Amateurastronom und war mehr als 30 Jahre im Vorstand der Astronomischen Gesellschaft Luzern tätig, die letzten neun Jahre als deren Präsident. Als stolzer Besitzer von drei Teleskopen sowie einem Astro-Feldstecher verbringe ich die klaren Nächte am liebsten mit Freunden und Gleichgesinnten als visueller Beobachter. Wenn es die Zeit erlaubt, versuche ich als Mitglied der AAVSO auch einen kleinen, wissenschaftlichen Beitrag zu leisten. Als Präsident der SAG-SAS ist es unter anderem mein Ziel die Astronomie allen Interessierten auf verständliche Art zugänglich zu machen.

