Am Samstag, dem 26. September, lud die Fachgruppe (FG) Astrofotografie zum ersten Mal zu einem physischen Treffen, inkl. Workshop ein – und er war sehr gut besucht! So fanden trotz perfektem Herbstwetter 20 Interessierte ihren Weg an die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Brugg/Windisch. Der Anlass bot am Morgen vier, eher kurze Vorträge an und am Nachmittag fand der Workshop zur Bildbearbeitung statt.
Pünktlich ab 9:30 Uhr trafen die ersten Teilnehmer – leider keine Teilnehmerinnen – im Raum 3D02 des Gebäude 5 der FHNW ein. Begrüsst wurden sie – neben dem Gastgeber, Tino Heuberger – von Kaffee und Gipfeli, gesponsort von der SAG.
Nach einer kurzen Begrüssung durch Tino, um 10 Uhr, und einer kurzen Verdankung durch Marc Eichenberger, dem Präsidenten (und Chronisten) der SAG, führte uns Hanspeter Lötscher in die Astrofotografie-Tätigkeiten an der Sternwarte Mirasteilas in Falera ein. Ein interessantes Konzept ist das „Götti-Prinzip“ das bei ihnen zur Anwendung kommt, dass also jeweils jemand mit Erfahrung, einen Anfänger oder eine Anfängerin „unter seine Fittiche“ nimmt und betreut.
Im zweiten Vortrag gab uns Tino Heuberger ein Update zu seinem Projekt der Automation seines Teleskop- und Kamera-Setups. Da steckt viel Herzblut und Eigenleistung drin – absolut bewundernswert, jedoch Stecker-, bzw. Stromtechnisch noch „optimierbar“ 😉








Nach einer kurzen Pause berichtet uns Norbert Muenzel von Neuigkeiten zum linearen Processing in PixInsight. Das Programm kann man mittlerweile als „Goldstandard“ bei der Bearbeitung von Astrofotos bezeichnen und bietet immer mehr und immer stärkere Funktionen zur „korrekten“ Bearbeitung der Aufnahmen an. Es geht hier primär um die Kalibration und die lineare Verarbeitung der Bilder – also all die Arbeiten, bevor man mit den Stretching-Tools „den wissenschaftlichen Weg verlässt“. Einige der vorgestellten Prozesse kamen dann im Rahmen des Workshops zur Anwendung – eine ideale Verbindung also, von Theorie und Praxis!
Kurz vor dem Mittagessen, das wir gemeinsam in der Kantine der FHNW einnahmen, stellte uns Peter Englmaier noch die Remotesternwarten der VdS vor. Mit einem bescheidenen Mitgliederbeitrag von jährlich 45 Euro erhält man so die Möglichkeit, eine Remotesternwarte auf Hakos, in Namibia, zu nutzen. Eine tolle Möglichkeit also für wenig Geld zu qualitativ hervorragenden Bildern zu kommen – wer (noch) kein eigenes Equipment hat, bietet es eine ideale Einstiegsmöglichkeit ins Hobby.
Der Nachmittag „gehörte“ dann dem Workshop. Doch zunächst gab uns Tino nochmals einen kurzen Überblick zu den Software Tools die es zurzeit am Markt gibt und stellt die Referenzbilder vor, welche die Teilnehmenden im Rahmen des Workshops dann selbst bearbeiten konnten. Hier einige Impressionen dazu:








Zum Abschluss, um 16 Uhr, lud uns dann das Institut für Data Science (i4DS) zu einem Apéro in ihren Räumlichkeiten ein – ein sehr sympathisches Zusammentreffen für uns Amateure mit den Profis 🙂 Prof. Dr. Samuel Krucker, seines Zeichens wissenschaftlicher Leiter mit Fokus Sonnenforschung an der FHNW, der für das Röntgen-Instrument STIX auf dem Solar Orbiter (mit-)verantwortlich ist, erklärte uns anhand eines Modells dessen Funktion – ein spannender Austausch zum Abschluss!
Und hier nun noch einige Beispiele, wie das Resultat einer Bildbearbeitung variieren kann, je nach dem, wie man die (gleichen!) Rohdaten bearbeitet (das 1. Bild ist jeweils das „Referenzbild“):









An dieser Stelle nochmal vielen herzlichen Dank an den Organisator, Tino Heuberger und die verschiedenen Referenten – es war ein sehr spannender und lehrreicher Samstag!
Unter dem folgenden Link können Mitglieder der Fachgruppe die Präsentationen herunterladen: https://tv.astronomie.ch/elementor-7607/

Marc Eichenberger
Präsident
Seit Kindesbeinen bin ich begeisterter Amateurastronom und war mehr als 30 Jahre im Vorstand der Astronomischen Gesellschaft Luzern tätig, die letzten neun Jahre als deren Präsident. Als stolzer Besitzer von drei Teleskopen sowie einem Astro-Feldstecher verbringe ich die klaren Nächte am liebsten mit Freunden und Gleichgesinnten als visueller Beobachter. Wenn es die Zeit erlaubt, versuche ich als Mitglied der AAVSO auch einen kleinen, wissenschaftlichen Beitrag zu leisten. Als Präsident der SAG-SAS ist es unter anderem mein Ziel die Astronomie allen Interessierten auf verständliche Art zugänglich zu machen.

