Am Samstag, dem 1. November, lud die Fachgruppe (FG) Sternbedeckungen, bzw. die Stellar Occultation Timing Association Switzerland (SOTAS) zum 5. Occultation-Meeting in der Sternwarte Mirasteilas ein – und fand somit bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr statt! Der Anlass war wiederum als Workshop aufgebaut und gab einen vertieften Einblick in die verschiedensten Aspekte der Datengewinnung und -verarbeitung bei Sternbedeckungen durch Kleinplaneten.
Da Falera für viele doch etwas „abgelegen“ ist, war die Gruppe der aktiven Beobachter (ja, leider war keine Beobachterin dabei) diesmal mit 8 Teilnehmern (ohne den Autor) etwas kleiner als sonst. Doch das änderte nichts am Engagement und der Begeisterung der Anwesenden, ganz im Gegenteil – „in kleiner Runde“ kann man wunderbar diskutieren und Erfahrungen austauschen!
Nach einer kurzen Begrüssung und Verdankung an den Gastgeber, die Sternwarte Mirasteilas, vertreten durch Carsten Ziolek, stieg der FG-Leiter, Jonas Schenker, mit einer Rückschau zum bisher erreichten und einer ganzen Reihe von „Good News“ ins Seminar ein. Neben den sehr erfolgreichen Beobachtungskampagnen zur Bedeckung des Sterns UCAC 644-038283 im Januar und UCAC4 427-071562 im Juli (wir berichteten bereits hier und hier) konnten auch die Bedeckung von UCAC 359-124427 durch den Asteroiden (1558) Jarnefelt und von UCAC4 491-151065 durch den Asteroiden (347299) 2011 OA28 erfolgreich von der Schweiz aus beobachtet werden.
Und „last but not least“, wurden Stefano Sposetti und Stefan Meister in die international zusammengesetzte Gruppe zur Klärung von Spezialfällen, sogenannte „Hot Cases“, berufen – herzliche Gratulation den Beiden! 🙂




Anschliessend präsentierte uns Jonas einige wertvolle Tipps zur Erfassung von Beobachtungsdaten im SODIS-Portal – wobei sich eine angeregte Diskussion zu den einzelnen Eingaben entspannte, die in einer Liste – aus unserer Sicht – sinnvoller Anpassungen zuhanden der IOTA/ES gipfelte – nun müssen wir nur noch einen guten Zugang finden, damit wir auch „gehört“ werden 😉
Gestärkt nach einem wunderbaren Mittagessen bei Jose De Queiroz in seinem Restaurant Casa Seeli stellte uns Andreas Schweizer die neuesten Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Kamera-System DVTI+Cam und seinen Softwarekomponenten vor (DVTI Camera Control Software). Da gibt es einige spannende Neu- und Weiterentwicklungen, nachzulesen hier.
Den „Rest“ des Nachmittags verbrachten die Teilnehmenden mit der Analyse von Lichtkurven mit PyMovie als Alternative zu Tangra und AOTA. Um ins Thema einzusteigen präsentierte uns Stefan Meister – mit zusätzlichen Hinweisen von Carsten Ziolek – eine Einführung in PyMOVIE und PyOTE – angefangen mit den technischen Voraussetzungen, über den Download und der Installation bis hin zur Konfiguration der Tools und der abschliessenden Auswertung von Lichtkurven im Rahmen einer Live-Demo.






Da sich schon die die Installation einer lauffähigen Umgebung für einige der Teilnehmenden als „Herausforderung“ darstellte, wurden diese im Anschluss an die Präsentation im Rahmen eins Workshops behandelt und betreut – dies allerdings bereits nachdem sich der Autor dieser Zeilen verabschieden musste, da noch ein langer Heimweg bevorstand.
Doch dies galt natürlich für alle Anwesenden – und so wurde bereits am Mittagstisch diskutiert, wo die weiteren Treffen stattfinden könnten. Bülach ist sicher (für die meisten Mitglieder der Gruppe) gut erreichbar. Doch kam auch die Idee auf, ein nächstes Herbst-Meeting auf das Teleskoptreffen in Mirasteilas zu legen: Zweitägig, inkl. Übernachtung – tagsüber mit dem Workshop und nachts mit praktischen Übungen. Für mich hört sich das sehr spannend an (zumal wir an den eintägigen Meetings meist etwas knapp an der Zeit sind 😉 ) – doch den Entscheid dafür oder dagegen muss natürlich die FG-Leitung treffen.
An dieser Stelle nochmal vielen herzlichen Dank an den Organisator, Jonas Schenker, den Gastgeber, Carsten Ziolek und die verschiedenen Referenten – es war ein sehr spannender und lehrreicher Samstag!

Marc Eichenberger
Präsident
Seit Kindesbeinen bin ich begeisterter Amateurastronom und war mehr als 30 Jahre im Vorstand der Astronomischen Gesellschaft Luzern tätig, die letzten neun Jahre als deren Präsident. Als stolzer Besitzer von drei Teleskopen sowie einem Astro-Feldstecher verbringe ich die klaren Nächte am liebsten mit Freunden und Gleichgesinnten als visueller Beobachter. Wenn es die Zeit erlaubt versuche ich als Mitglied der AAVSO auch einen kleinen, wissenschaftlichen Beitrag zu leisten. Als Präsident der SAG-SAS ist es unter anderem mein Ziel die Astronomie allen Interessierten auf verständliche Art zugänglich zu machen.


