SAG-SAS Logo
Orion Portal

-> News aus Astronomie und Raumfahrt vom 16.2.2024

Astronomie

Beobachtungstipps im Februar

Letzte Chance für die Venus

Der Planetenhimmel dünnt sich im Februar aus: Merkur, Saturn und Neptun befinden sich in oder nahe ihrer Konjunk­tion. Venus und Mars treffen sich, nahezu unbeobachtbar, am Morgenhimmel. ­Allein Jupiter und Uranus halten die Stellung am Abendhimmel.

Thema des Monats: Die Geschichte der Zeitrechnung, von Schalttagen und Schaltsekunden

eROSITA löst kosmologische Differenzen

Zuletzt kamen verschiedene Messmethoden zu unterschiedlichen Ergebnissen für die Masseverteilung im All und ihre Verklumpung. Eine erste Auswertung der Daten von eROSITA beseitigt die Unstimmigkeiten.

<– Das Bild zeigt den eROSITA-Galaxienhaufen-Katalog, übertragen auf die Karte der halben Himmelsdurchmusterung. Die Farben der Punkte geben die Rotverschiebung, das heißt die Entfernung der Galaxienhaufen von der Erde an.

Und hier ein Beitrag zum gleichen Thema bei astronews.com und Sky & Telescope (in Englisch).

Der magnetische Startpunkt des Jets von Perseus A

Mit dem Event-Horizon-Teleskop ist es gelungen, den Startpunkt eines sich entwickelnden Plasmajets mit ultrahoher Winkelauflösung zu untersuchen. Beobachtet wurden magnetische Strukturen im Zentralbereich der Radiogalaxie Perseus A, in dem sich eines der nächstgelegenen aktiven supermassereichen Schwarzen Löcher in unserer kosmischen Nachbarschaft befindet.

Der Antrieb für Neutronensternverschmelzungen

Die Verschmelzung und Kollision von Neutronensternen verursacht gewaltige Kilonova-Explosionen und Gammastrahlenblitze. Schon lange wird vermutet, dass ein ausgedehntes und extrem starkes Magnetfeld der Motor für diese hochenergetischen Phänomene ist. Neue, detaillierte Computersimulationen konnten nun den zugrunde liegenden Mechanismus aufklären.

Und hier die Medienmitteilung des MPI für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut).

Wanderung von Sub-Neptunen könnte Exoplaneten-Lücke erklären

Die ominöse Lücke in der Größenverteilung von Exoplaneten bei etwa zwei Erdradien könnte sich durch die Wanderung von eisigen, sogenannten Sub-Neptunen in die Innenbereiche ihrer Planetensysteme und den Verlust der Gashülle von kleineren Gesteinsplaneten erklären. Das ergaben jetzt neue, detailliertere Computersimulationen.

Siehe auch die Medienmitteilung der Uni Bern.

Masse eines Schwarzen Lochs im jungen Universum bestimmt

Durch Kombination aller vier Teleskopeinheiten des Very Large Telescope konnte nun die Masse eines Schwarzen Lochs in einer Galaxie bestimmt werden, die wir in einer Zeit sehen, als das Universum nur zwei Milliarden Jahre alt war. Mit nur 300 Millionen Sonnenmassen ist das Schwarze Loch im Vergleich zur Masse seiner Wirtsgalaxie überraschend klein.

NUTZUNG VON ALTEM ULTRAVIOLETTEM LICHT ZUR UNTERSUCHUNG KOSMOLOGISCHER THEORIEN

Durch die Untersuchung der Entstehung und Entwicklung von Galaxien im frühen Universum versuchen Forscher, die Vorhersagen unserer führenden kosmologischen Theorie zu überprüfen. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die ultraviolette Leuchtkraft massearmer Galaxien nur wenige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall eine Möglichkeit zur Unterscheidung zwischen kosmologischen Modellen bieten könnte.

<– Beitrag in Englisch –>

APod: Astronomy Picture of the Day

Hier das tagesaktuelle Bild von der Seite “Astronomy Picture of the Day” (APOD) – ein wunderbares Bildarchiv zur Astronomie, das viele Jahre zurück reicht.

<– Beitrag in Englisch –>

DIE SCHÖNSTEN DREIFACH-STERNE DES WINTERS

Doppelsterne sind wunderbar, aber Dreifachsterne sind fantastisch! Hier sind 16 Trios, die Sie in der nächsten klaren Nacht genießen können.

<– Beitrag in Englisch –>

Saturns Ozeanmond Titan kann möglicherweise doch kein Leben beherbergen

Der Ozean des Titan hat ein Volumen, das 12 Mal so groß ist wie das aller Ozeane der Erde, aber es könnte dort kein Leben, wie wir es kennen, geben.

<– Beitrag in Englisch –>

Solar Orbiter fängt intensive Aktivität ein, während sich die Sonne dem Höhepunkt des Zyklus nähert

Während sich die Sonne dem Höhepunkt ihres magnetischen Aktivitätszyklus nähert, hat der Solar Orbiter der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) noch nie dagewesene Schnappschüsse geliefert, die eine deutliche Zunahme von Sonnenphänomenen zeigen. Dazu gehören häufigere und intensivere Sonnenexplosionen, dunkel gefleckte Regionen, die auf Sonnenflecken hindeuten, sich drehende Plasmaformationen und turbulente Wirbel aus überhitztem Gas. Die Beobachtungen stellen einen starken Kontrast zum Verhalten der Sonne von Anfang 2021 bis Oktober 2023 dar und zeigen die dynamische Natur unseres nächsten Sterns.

<– Beitrag in Englisch –>

Ein Stern wie eine Matrjoschka-Puppe: Neue Theorie für Gravasterne

Würde es Gravasterne tatsächlich geben, sähen sie für einen weit entfernten Beobachter ähnlich aus wie Schwarze Löcher. Zwei theoretische Physiker der Goethe-Universität Frankfurt haben jetzt eine neue Lösung der Allgemeinen Relativitätstheorie Albert Einsteins gefunden, der zufolge Gravasterne aufgebaut sein könnten wie eine russische Matrjoschka-Puppe: Im Inneren eines Gravasterns befände sich ein weiterer Gravastern.

Raumfahrt

»Das fühlt sich an wie eine Narkose«

Die Reise zum Mars ist weit. Da wäre es hilfreich, die Astronauten in eine Art Winterschlaf versetzen zu können. Ob und wie das möglich ist, erklärt der Zellbiologe Jürgen Bereiter-Hahn im Interview.

–> So oder so ähnlich könnte es aussehen, wenn Menschen auf der Reise zum Mars in eine Art künstlichen Winterschlaf versetzt werden. Das würde viele Ressourcen einsparen und den psychischen Stress der Crew reduzieren.

Mondsonde IM-1 ist auf dem Weg

Am frühen Morgen des 15. Februar 2024 brachte eine Falcon-9-Rakete die private Raumsonde IM-1 auf Mondkurs. Die Landung in Südpolnähe ist für den 22. Februar geplant.

Und hier ein – viel umfassenderer – Beitrag von Sky & Telescope zum gleichen Thema (in Eglisch).

Aus den Sektionen und Fachgruppen

Die Astro-Szene Schweiz und international im Februar 2024

Dieser monatlich erscheinende Newsletter der SAG-SAS umfasst neben einem Rückblick auf die vergangenen Highlights aus dem Umfeld der Sektionen und Fachgruppen der SAG-SAS einen Ausblick auf die spannendsten Termine zu astronomischen und raumfahrttechnischen Ereignissen im Folgemonat.

27. Februar: Astronomische Monatsvorschau – Regenbogenfamilien im Weltall

Die Winternächte verlangen einiges an Kälteresistenz, um den Sternenhimmel draussen geniessen zu können, aber gerade in dieser Jahreszeit offenbaren uns diese klaren Nächte eine grosse Vielfalt an unbekannten Schönheiten im Universum.

Streift man mit einem Fernglas oder Teleskop durch den Sternenhimmel, sieht man bald, dass Sterne nicht gerne allein durchs All ziehen. Oft bilden sie Paare oder ganze Familien, sie versammeln sich in farbenprächtigen Sternhaufen und riesigen Galaxien mit mehreren hundert Milliarden Mitgliedern. Mit dem Planetarium sind wir aber zum Glück in einem warmen Raum. Wir verraten Ihnen, wo diese Schmuckstücke zu finden sind, natürlich wie immer mit Musik untermalt und live kommentiert.

2. März: Internationales Jost Bürgi Symposium

Das internationale Jost-Bürgi-Symposium Lichtensteig bringt alljährlich am Freitag und Samstag zwei Wochen nach Ostern in Lichtensteig Fachleute und Interessenten zum Erfahrungsaustausch über die Gebiete zusammen, die von Jost Bürgi entscheidend beeinflusst sind.

Das 7. Jost-Bürgi-Symposium wird wie seine Vorgänger wiederum zweigeteilt in einen Workshop für Historiker und an der Geschichte Interessierte, sowie in ein Zukunftsforum, das technische Innovationen in der Nachfolge Bürgis in allgemein verständlicher Form erläutert.

Von den Schweizer Hochschulen

ETH: Neuer Space-Master startet im September

An der ETH startet im Herbst 2024 ein neuer Master-​Studiengang in Weltraumwissenschaften. Interessierte können sich ab April bewerben.

Schon länger entwickeln ETH-​Forschende Roboter für den Einsatz auf dem Mond, suchen nach erdähnlichen Exoplaneten oder untersuchen Beben auf dem Mars. Sie forschen an neuer Technologie für die Raumfahrtindustrie oder verwenden Daten aus dem Weltraum für die Klima-​ und Sicherheitsforschung.

Nun folgt auch ein Lehrangebot: Ein Master-​Studiengang in Space-​Systems.

UNI BERN: Mögliche Lösung für Exoplaneten-Rätsel

Computersimulationen von Forschenden des Max-Planck-Instituts für Astronomie und der Universität Bern zeigen, dass die Wanderung von eisigen, sogenannten Sub-Neptunen in die Innenbereiche ihrer Planetensysteme die ominöse Lücke in der Grössenverteilung von Exoplaneten erklären kann. Bei zunehmender Annäherung an den Zentralstern bildet verdampfendes Wassereis eine Atmosphäre aus, die den Planeten grösser erscheinen lässt als im gefrorenen Zustand. Gleichzeitig verlieren kleinere Gesteinsplaneten mit der Zeit einen Teil ihrer ursprünglichen Gashülle, wodurch ihr gemessener Radius schrumpft.

EPFL: La technologie suisse à la recherche des origines de l’Univers

Le consortium Square Kilometer Array Switzerland (SKACH), dont le secrétariat est rattaché à l’EPFL, célèbre ses deux ans d’adhésion à un projet mondial visant à développer la plus grande installation scientifique jamais construite par l’humanité.

And here’s the English version of the article.