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-> News aus Astronomie und Raumfahrt vom 19.1.2024

Astronomie

Beobachtungstipps im Januar

Venus dominiert nach wie vor den Morgenhimmel und Jupiter die erste Nachthälfte

Im ersten vollständigen Wintermonat lockt die ganze Pracht des Winterhimmels. Jupiter ist zudem noch immer ein markantes Objekt am Abendhimmel, Venus grüsst weiter als Morgenstern. Auch Merkur lässt sich am Morgen für einige Tage blicken. Gleich zu Monatsbeginn erreicht die Erde zudem den sonnennächsten Punkt ihrer Umlaufbahn um die Sonne.

Thema des Monats: Die Erde in Sonnennähe

Größter Neutronenstern oder kleinstes Schwarzes Loch?

Ein kompaktes Objekt gibt Rätsel auf: Wurde der bislang massereichste Neutronenstern entdeckt – oder aber das kleinste bislang bekannte Schwarze Loch?

<– Der uralte Kugelsternhaufen NGC 1851 im Sternbild Taube (lateinisch: Columba) am Südhimmel enthält neben Hunderttausenden dicht gepackten Sternen auch den Millisekundenpulsar PSR J0514−4002E – und der hat einen mysteriösen Begleiter.

1500 Supernovae verraten, wie das Universum expandiert

Im Dark Energy Survey wurden mehr als 1500 Sternexplosionen gefunden, die uns mehr über die mysteriöse Dunkle Energie verraten. Stimmt unser Standardmodell der Kosmologie?

ALMA: Massereiche Sterne entstehen als Vielfachsysteme

Seit Langem geht man davon aus, dass massereiche Sterne als Zwillinge, Drillinge oder noch höhere Vielfachsysteme geboren werden. Jetzt konnte diese wichtige Rolle von Mehrlingssterngeburten erstmals durch systematische Beobachtungen mit dem Radioteleskopverbund ALMA bestätigt werden. Zahlreiche weitere ALMA-Daten warten zudem noch auf ihre Auswertung.

Mond: Die rätselhaften Felsen in der Region Reiner Gamma

Auf Aufnahmen der Sonde Lunar Reconnaissance Orbiter haben Forschende besondere metergroße Felsen in der Region Reiner Gamma auf der Mondoberfläche entdeckt, die mit Staub bedeckt sind und vermutlich einzigartige Eigenschaften aufweisen – etwa magnetische Anomalien. Der Staub weist offenbar sehr spezielle Reflexionseigenschaften auf.

Siehe auch die Medienmitteilung der Uni Bern.

JWST: Das frühe Wachstum von interstellarem Staub

Mit dem Weltraumteleskop James Webb wurden nun die frühen Stadien des Wachstums von Staubkörnern in der dichten Molekülwolke Chamaeleon I beobachtet. Für die Auswertung war eine Kombination aus Laborexperimenten und mathematischer Modellierung nötig. Die Ergebnisse liefern bislang beispiellose Einblicke in die Wachstumsprozesse.

Leichtestes Schwarzes Loch oder schwerster Neutronenstern?

Ein internationales Team von Astronom:innen unter der Leitung von Forschenden des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie hat mit dem MeerKAT-Radioteleskop ein faszinierendes Objekt unbekannter Natur im Kugelsternhaufen NGC 1851 entdeckt. Es ist schwerer als die schwersten bekannten Neutronensterne und gleichzeitig leichter als die leichtesten bekannten Schwarzen Löcher und befindet sich in einer Umlaufbahn um einen sich schnell drehenden Millisekunden-Pulsar.

APod: Astronomy Picture of the Day

Hier das tagesaktuelle Bild von der Seite “Astronomy Picture of the Day” (APOD) – ein wunderbares Bildarchiv zur Astronomie, das viele Jahre zurück reicht.

<– Beitrag in Englisch –>

Webb zeigt, dass viele frühe Galaxien wie Poolnudeln oder Surfbretter aussahen

Forscher, die Bilder des James-Webb-Weltraumteleskops der NASA analysierten, haben herausgefunden, dass Galaxien im frühen Universum oft flach und länglich sind, wie Surfbretter und Poolnudeln – und selten rund, wie Volleybälle oder Frisbees.

<– Beitrag in Englisch –>

METHAN-EISBERGE KÖNNTENIN DEN MEEREN DES TITANS SCHWIMMEN

Die “magischen Inseln”, die in den Methan-Ethan-Meeren des Titan auftauchen und verschwinden, könnten Kohlenwasserstoff-Eisberge sein, so eine neue Studie.

<– Beitrag in Englisch –>

DIE NACHT, IN DER ICH DEN KREBS-PULSAR KENNEN GELERNT HABE

Ein Bericht über meine Reise in das Herz einer der heftigsten kosmischen Explosionen, die auf der Erde beobachtet wurden. Außerdem ist jetzt eine helle Supernova im Virgo-Galaxienhaufen zu sehen.

<– Beitrag in Englisch –>

DER SCHATTEN DES SCHWARZEN LOCHS IN M87: EIN JAHR SPÄTER

Die Event Horizon Telescope Kollaboration hat das Bild ihrer zweiten großen Kampagne veröffentlicht, das die Existenz eines anhaltenden schwarzen Lochschattens und einer möglicherweise turbulenten Umgebung bestätigt.

<– Beitrag in Englisch –>

Wissenschaftler simulieren Schwarzes Loch, das einen Stern von Anfang bis Ende spaghetisiert

Eine neue kosmische Tatort-Rekonstruktion erzählt die vollständige Geschichte eines Sterns, der von einem gefräßigen Schwarzen Loch zerrissen wurde, und enthüllt einen bisher unbekannten Aspekt dieser Zerstörung durch die Gezeiten.

<– Beitrag in Englisch –>

Mars Express enthüllt potenzielle Wasservorkommen am Äquator für künftige Mars-Missionen

Die ESA-Raumsonde Mars Express hat mit der Entdeckung ausgedehnter Wassereisschichten am Äquator des Planeten einen bedeutenden Durchbruch in unserem Verständnis der hydrologischen Geschichte des Mars erzielt. Diese Erkenntnis, die sich aus einer neuen Datenanalyse des Mars Advanced Radar for Subsurface and Ionosphere Sounding (MARSIS) ergibt, deutet auf das Vorhandensein von Eisschichten hin, die sich mehrere Kilometer unter der Oberfläche in der Medusae Fossae Formation (MFF) erstrecken.

<– Beitrag in Englisch –>

Raumfahrt

Die Reise zu Phobos beginnt mit der ersten Etappe

Mit dem Rover »Idefix« soll erstmals überhaupt eine Sonde auf einem Marsmond landen. Das deutsch-französische Gerät muss dafür aber zunächst zum Kooperationspartner Japan.

Und hier der Bericht von astronews.com zum gleichen Thema.

SLIM ist erfolgreich gelandet – hat aber Probleme

Die Landung der Mondsonde SLIM am 19. Januar 2024 ist gelungen, es wird ein klares Funksignal von der Mondoberfläche empfangen. Allerdings gibt es Probleme mit den Solarzellen, so dass die Lebensdauer von SLIM auf der Mondoberfläche wohl nur wenige Stunden betragen wird.

Aus den Sektionen und Fachgruppen

Die Astro-Szene Schweiz und international im Januar 2024

Dieser monatlich erscheinende Newsletter der SAG-SAS umfasst neben einem Rückblick auf die vergangenen Highlights aus dem Umfeld der Sektionen und Fachgruppen der SAG-SAS einen Ausblick auf die spannendsten Termine zu astronomischen und raumfahrttechnischen Ereignissen im Folgemonat.

30. Januar: Jahresvorschau für 2024 mit dem Planetarium Zürich

Wir schauen prophetisch ins Neue Jahr! 2024 hält wieder einige Überraschungen und bewundernswürdige Ereignisse am gestirnten Himmel bereit. Mit dem Planetarium zeigen wir Ihnen, wo die Planeten sich herumtreiben, wie die Sternbilder uns etwas über die Jahreszeiten erzählen und wann es sich lohnt, im kommenden Jahr auch einmal früh aufzustehen. Wann ist der Himmel besonders dunkel, ohne störendes Mondlicht, wann sind besonders interessante Himmelsobjekte zu sehen, und wo? Erfahren Sie dies und mehr an unserer Jahresvorschau.

Natürlich gehören wie immer Reisen durch Raum und Zeit dazu, mit Musik untermalt und live kommentiert.

5. Februar: Astroferien in Namibia

Referenten: Roland Stalder (AGL) und Pascal Kaufmann (AGL)

Im September 2023 reiste eine 9-köpfige Gruppe von der AGL (und Zugewandten) nach Namibia, um unser Hobby unter idealen Bedingungen zu geniessen. Als Beobachtungsort wählten wir die Astrofarm Tivoli, am Rande der Kalahari. Tivoli hat sich spezialisiert auf Astronomiebegeisterte Gäste, bietet einen perfekten Sternenhimmel und eine hervorragende Infrastruktur. In unserem Vortrag berichten wir von unserer Woche “im Himmel” und vergleichen unsere Erlebnisse mit früheren Astro-Reisen nach Namibia. Als Ergänzung berichten wir auch noch von sehenswürdigen Meteoriten in Namibia.

Von den Schweizer Hochschulen

EPFL: La technologie suisse à la recherche des origines de l’Univers

Le consortium Square Kilometer Array Switzerland (SKACH), dont le secrétariat est rattaché à l’EPFL, célèbre ses deux ans d’adhésion à un projet mondial visant à développer la plus grande installation scientifique jamais construite par l’humanité.

And here’s the English version of the article.

UNI BERN: Mondgestein mit einzigartigem Staub gefunden

Ein Forschungsteam der Universität Münster hat erstmals metergroße Felsen auf der Mondoberfläche entdeckt, die mit Staub bedeckt sind und vermutlich einzigartige Eigenschaften aufweisen – magnetische Anomalien beispielsweise. Die Erkenntnisse helfen dabei, Prozesse zu verstehen, die die Mondkruste bilden und verändern. Die Studie ist jetzt in dem Fachjournal „Journal of Geophysical Research – Planets“ erschienen.

ETHZ: Rätsel um Kern des Mars gelöst

Der Marskern aus flüssigem Eisen ist kleiner und dichter als gedacht. Darüber gibt es eine Schicht aus flüssigem Mantelmaterial. Das schliessen ETH-​Forscher aufgrund von seismischen Daten der Sonde InSight