SAG-SAS Logo
Orion Portal

-> News aus Astronomie und Raumfahrt vom 5.7.2024

Astronomie

Beobachtungstipps im Juli

Sonnenferne, Hundstage und Saturn am Abendhimmel

Der Juli ist der erste komplette Sommermonat. Die Nächte sind weiterhin kurz, so dass viele auf gutes Wetter hoffen dürften, um zumindest diese Zeit optimal für Beobachtungen nutzen zu können. Am Himmel gibt es einiges zu sehen und mit Saturn hat sich sogar ein Planet wieder an den Abendhimmel vorgearbeitet. Die Erde erreicht am 5. Juli den sonnenfernsten Punkt ihrer Bahn.

Thema des Monats: Der 25. Sonnenaktivitätszyklus – stärker als erwartet

5. Juli: HEUTE AM HIMMEL

Kennen Sie die täglich publizierte Seite Heute am Himmel? Sie bietet tagesgenaue Informationen zu Astronomie und Raumfahrt, beginnend mit den Daten zum Mond und den Dämmerungszeiten. Anschliessend gibt sie in der Rubrik Tagesereignisse kurz und bündig einen kompakten Überblick zum Tagesgeschehen. Danach folgt eine tabellarische Auflistung der Astronomischen Ereignisse, gefolgt von den Planeten am Abend- und am Morgenhimmel. Zum Schluss werden die Überflugdetails zur Internationalen Raumstation (ISS) und hellen Satelliten, sowie die wichtigsten Links zur Sonnenbeobachtung gelistet.

Insgesamt also eine wichtige, astronomische Ressource, ohne die (fast) kein Amateurastronom auskommt!

Hinweis: Das Lesen dieses Beitrags setzt eine Mitgliedschaft beim ORION-Portal voraus.

Warum Asteroiden Wasser auf die Erde bringen konnten

Woher stammt das Wasser auf der Erde? Ein wichtiger Lieferant dürften Bruchstücke von Asteroiden gewesen sein, die sich weit von der Sonne entfernt gebildet haben – und zwar später, langsamer und bei tieferen Temperaturen. Ohne diese “Nachzügler” wäre unser Heimatplanet vermutlich eine trockene Welt geblieben und die Entstehung von Leben kaum möglich gewesen.

–> Der “Flensburg-Meteorit” war am 12. September 2019 auf die Erde gefallen. Es handelt sich um einen seltenen sogenannten “kohligen Chondriten” des Typs C1. Er enthält ausschließlich Minerale, die in Anwesenheit von Wasser entstehen – dies machte ihn für die Wissenschaft besonders wertvoll.

Foto: Carsten Jonas, CC BY-SA 4.0

Earthcare: Der erste Blick in das Innere von Wolken

Weniger als einen Monat nach seinem Start hat der EarthCARE-Satellit von ESA und JAXA das erste Bild eines seiner Instrumente geliefert – ein Bild, das zum ersten Mal aus dem Weltraum die innere Struktur und Dynamik von Wolken enthüllt. Es gibt einen kleinen Einblick in das künftige Potenzial des Instruments. Erste Daten der anderen Instrumente soll es in Kürze geben.

<– Der am 29. Mai 2024 gestartete EarthCARE-Satellit von ESA und JAXA hat das erste Bild seines Wolkenprofil-Radars geliefert.

Bild: JAXA / NICT /ESA

Präzises Modell für aufeinandertreffende Schwarze Löcher

Ein internationales Forschungsteam hat jetzt die Dynamik aufeinandertreffender Schwarzer Löcher mit bisher unerreichter mathematischer Präzision beschrieben. Die jetzt veröffentlichte Studie liefert neue Einblicke in die gravitativen Wechselwirkungen zwischen diesen Objekten und erlaubt eine präzisere Vorhersage der dabei ausgesandten Gravitationswellen.

–> Visualisierung der Gravitationswellenform bei der Streuung zweier Schwarzer Löcher.

Bild: Jan Plefka

Laserlicht für den Wegbereiter des Einstein-Teleskops

Forschende des Max-Planck-Instituts für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut; AEI) und der Leibniz Universität Hannover haben eine Laserquelle am ETpathfinder in Maastricht aufgebaut, überprüft und in Betrieb genommen. ETpathfinder ist eine Forschungs- und Entwicklungseinrichtung für das Einstein-Teleskop, das zukünftige europäische Gravitationswellen-Observatorium der dritten Generation. Im Laufe dieses Jahres stehen neben der weiteren Charakterisierung erste vorläufige Tests zur Einbindung in ETpathfinder an. Die vollständige Integration und regelmäßige Experimente mit der neuen Laserquelle in ETpathfinder sollen im nächsten Jahr beginnen.

Und hier ein Beitrag auf astronews.com zum gleichen Thema.

<– Künstlerische Darstellung des unterirdisch angelegten Einstein-Teleskops, ein geplanter Gravitationswellen-Detektor der dritten Generation.

© NIKHEF

NASA’s Webb Captures Celestial Fireworks Around Forming Star

The cosmos seems to come alive with a crackling explosion of pyrotechnics in this new image from NASA’s James Webb Space Telescope. Taken with Webb’s MIRI (Mid-Infrared Instrument), this fiery hourglass marks the scene of a very young object in the process of becoming a star. A central protostar grows in the neck of the hourglass, accumulating material from a thin protoplanetary disk, seen edge-on as a dark line.

–> L1527, shown in this image from NASA’s James Webb Space Telescope’s MIRI (Mid-Infrared Instrument), is a molecular cloud that harbors a protostar. It resides about 460 light-years from Earth in the constellation Taurus. The more diffuse blue light and the filamentary structures in the image come from organic compounds known as polycyclic aromatic hydrocarbons (PAHs), while the red at the center of this image is an energized, thick layer of gases and dust that surrounds the protostar. The region in between, which shows up in white, is a mixture of PAHs, ionized gas, and other molecules. This image includes filters representing 7.7 microns light as blue, 12.8 microns light as green, and 18 microns light as red.

NASA, ESA, CSA, STScI

APOD: Astronomy Picture of the Day

Hier das tagesaktuelle Bild von der Seite “Astronomy Picture of the Day” (APOD) – ein wunderbares Bildarchiv zur Astronomie, das viele Jahre zurück reicht.

<– Mount Etna Milky Way

Image Credit & Copyright: Gianni Tumino

Science and music festival Starmus 2025 will return to the Canary Islands

It will be held on the island of La Palma and address big issues such as space debris and light pollution.

The ambitious science and music festival Starmus will return to the Canary Islands in April 2025 for a historic edition, both for the festival and the island of La Palma. 

Starmus combines art, music and science to elevate science communication and engage humanity in some of the biggest questions of our time. It was founded by astrophysicist Garik Israelian and Queen guitarist and astrophysicist Brian May.

–> Starmus 2024 opening concert “Bridge from the Future” headed by Jean Michel Jarre and featuring Brian May.

Image credit: Starmus

Scientists tap into 2 new quantum methods to catch dark matter suspects

The hunt for dark matter is about to get much cooler. Scientists are developing supercold quantum technology to hunt for the universe’s most elusive and mysterious stuff, which currently constitutes one of science’s biggest mysteries.

Despite the fact that dark matter outnumbers the amount of ordinary matter in our universe by about six times, scientists don’t know what it is. That’s at least partly because no experiment devised by humanity has ever been able to detect it.

<– (Main) an illustration of dark matter at the heart of the Milky Way (inset) a supercold quantum experiment designed to hunt this elusive matter.

Image credit: Mattia Di Mauro (ESO/Fermi-Lat)/Lancaster University

Geoscientists dig into why we may be alone in the Milky Way

New research by University of Texas at Dallas geoscientist Dr. Robert Stern and a colleague suggests a geological explanation for why conclusive evidence for advanced extraterrestrial (ET) civilizations has not been found, even though the Drake equation predicts that there should be many such civilizations in our galaxy capable of communicating with us.

–> illustation only

© iStock

Search for extraterrestrial life focuses on detecting exoplanet atmospheres

Examining atmospheres around planets beyond our solar system is a crucial step in the search for extraterrestrial life. Astronomist Sebastian Zieba, using data from the James Webb Space Telescope, has been studying small rocky exoplanets. Although no signs of life have been detected yet, his research remains significant for future studies. Zieba graduated cum laude on 25 June.

<– illustration only

NASA/JWST

Raumfahrt

Hausbesitzer fordert Schadenersatz von der NASA

Im März 2024 durchschlug ein Objekt von der ISS ein Hausdach. Nun verlangt der Besitzer Entschädigung. Doch der Fall ist heikel – und hat womöglich Signalwirkung.

–> Alte Satelliten, Raketenstufen, Trümmer: Unzählige Objekte kreisen in niedrigen Umlaufbahnen um die Erde. Und immer mehr Schrott kommt auch wieder auf der Erde an.

© JANIECBROS / GETTY IMAGES / ISTOCK (AUSSCHNITT)

Ist die Calypso gestrandet?

Wie ernst sind die Probleme mit dem Antrieb der Raumkapsel Starliner? Offenbar nicht sehr schlimm im Gegensatz zu den Gerüchten anderswo.

<– Hoch über Ägypten mit dem charakteristischen Nildelta ist die an der Internationalen Raumstation ISS angedockte Raumkapsel Starliner zu sehen.

© NASA/JSC / ISS071E182991 (AUSSCHNITT)

Lageregelung von Satelliten mithilfe von Künstlicher Intelligenz

Eine gut funktionierende Lageregelung ist für den Betrieb von Satelliten entscheidend. An der Universität Würzburg wird gerade ein Lageregler entwickelt, der mithilfe von Künstlicher Intelligenz funktioniert und Satelliten selbstständig manövrieren soll. Getestet werden soll die neue Technologie direkt im All – an Bord des Kleinsatelliten InnoCube.

–> Das Qualifikationsmodell des InnoCube-Satelliten. Der KI-basierte Lageregler wird nach seinem Training am Boden auf das Flugmodell im Orbit hochgeladen und dort getestet.

Foto: Montenegro / JMU

Aus den Sektionen und Fachgruppen

Die Astro-Szene Schweiz und international im JuLi 2024

Dieser monatlich erscheinende Newsletter der SAG-SAS umfasst neben einem Rückblick auf die vergangenen Highlights aus dem Umfeld der Sektionen und Fachgruppen der SAG-SAS einen Ausblick auf die spannendsten Termine zu astronomischen und raumfahrttechnischen Ereignissen im Folgemonat.

16. Juli: Zoom-Meeting der Fachgruppe Astrofotografie

Die Mitglieder der Fachgruppe Astrofotografie treffen sich ungefähr alle zwei Monate in einer Videokonferenz. Wir verwenden dazu die Applikation “Zoom”. Zur Teilnahme am Meeting werden Zugangsdaten benötigt. Bitte kontaktiere dafür mind. 5 Tage vorher: 

Die Termine liegen zeitlich absichtlich um die Vollmond-Phase, damit die Fotografen die mondlosen Nächte für das Fotografieren nutzen können.

Weitere Infos finden Sie unter www.astrofoto.ch/agenda.html

27. Juli – 4. August: SAG-AGBJF Astronomie und Brettspiellager 2024

Liebe SAG-Mitglieder, AGB-Mitglieder und Interessenten

Das Jugendforum der AGB lädt alle ein zum Astronomie- und Brettspiellager 2024. Einmal im Jahr nehmen wir unsere Teleskope und fahren für eine Woche in die Berge. Und weil wir so gerne Spiele spielen – kommen die natürlich mit! Weil Astronomie dem Wetter ausgesetzt ist, kann es eben sein, dass wir mehr spielen als Sterne beobachten. Dieses Jahr geht es über den Ersten August in die Ribihütte ob Sörenberg. Wir gehen auch Wandern oder machen spassige Ausflüge.

AnmeldefristSamstag, 06. Juli 2024

9. – 12. August: Perseidenabende

Durchführungsort: Sternwarte Bülach jeweils 20 – 23 Uhr

Jährlich im August sind die Perseiden-Meteore zu sehen. Die Sternwarte Bülach bietet in dieser Zeit spezielle Beobachtungsabende zu diesem Thema. Nebenbei werden bei klarem Himmel an den Teleskopen diverse Objekte des Sommerhimmels gezeigt.

Von den Schweizer Hochschulen

EPFL: Une collaboration pour une cartographie du cosmos plus complète

L’EPFL a officiellement rejoint le projet MUST (MUlti Spectroscopic Telescope), mené par l’Université Tsinghua en Chine, en tant que membre fondateur. Grâce à ce projet phare, les scientifiques pourront mieux comprendre l’Univers jeune, l’énergie noire et la matière noire.

And here’s the English version of the article.

© iStock

UNI BERN: Rätsel der Unterschiede in der Dichte der Sub-Neptune gelöst

Die meisten Planeten, die um Sterne in unserer Galaxie kreisen, sind sogenannte Sub-Neptune, die grösser sind als die Erde aber kleiner als Neptun. Eine aktuelle Studie des NFS PlanetS, der Universität Genf und der Universität Bern in Astronomy & Astrophysics zeigt, dass es zwei Populationen dieser Sub-Neptune gibt – die dichteren und die weniger dichten. Der Unterschied in der Dichte geht gemäss den Forschenden auf unterschiedliche Entstehungsprozesse dieser Exoplaneten zurück, und ist nicht das Ergebnis der Anwendung von unterschiedlichen Messmethoden, was bisher ebenfalls für möglich gehalten wurde.

<– Künstlerische Darstellung des TOI-178-Systems mit dem Planeten im Vordergrund, der am entferntesten um den Stern kreist. Das System weist sechs Exoplaneten auf, die sich alle bis auf den, der dem Stern am nächsten ist, in Resonanz befinden.

© ESO/L. Calçada/spaceengine.org

ETH: Forschende weisen tägliche Meteoriteneinschläge auf dem Mars nach

Ein internationales Team von Forschenden kombiniert Bilder aus dem Weltraum mit seismologischen Daten von der InSight-Sonde, um die Einschlagsrate von Meteoriten auf dem Mars neu zu bestimmen. Die Seismologie liefert ausserdem neue Erkenntnisse über die Dichte von Marskratern und das Alter verschiedener Regionen eines Planeten.

–> Erster Meteoroiden-Einschlag, der von der InSight-Mission der Nasa aufgezeichnet wurde. Das Bild wurde von der HiRISE-Kamera des Mars Reconnaissance Orbiter aufgenommen. 

Bildnachweis: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona

Marc Eichenberger

Präsident

Seit Kindesbeinen bin ich begeisterter Amateurastronom und war mehr als 30 Jahre im Vorstand der Astronomischen Gesellschaft Luzern tätig, die letzten neun Jahre als deren Präsident. Als stolzer Besitzer von drei Teleskopen sowie einem Astro-Feldstecher verbringe ich die klaren Nächte am liebsten mit Freunden und Gleichgesinnten als visueller Beobachter. Wenn es die Zeit erlaubt versuche ich als Mitglied der AAVSO auch einen kleinen, wissenschaftlichen Beitrag zu leisten. Als Präsident der SAG-SAS ist es unter anderem mein Ziel die Astronomie allen Interessierten auf verständliche Art zugänglich zu machen.