Astronomietag 2021

Mondkarte für 20.3.2021
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Sternenkarte für 20.3.2021

Ein Ausflug in die Kraterlandschaft des Mondes – Licht aus, Klimaschutz an

Tag der Astronomie 2021, Samstag 20. März und Earth Hour, Samstag 27. März

Die Woche vom 20. März (Frühlingsanfang) bis zum 27. März dieses Jahres könnte spe­ziell wer­den, wenn viele Glarnerinnen und Glarner sich entscheiden die Idee der Earth Hour, die Dunkelheit zurück zu gewinnen, umsetzen. Die Sternwarten werden zwar am Tag der Astronomie aufgrund der herrschenden Schutzbe­stimmungen ihre Türen nicht öffnen können. Aber wie wäre es, wenn Sie sich in dieser Woche wieder einmal die Mus­se nehmen und bei klarem Wetter den Abend- und Nacht­himmel bei abgeschalte­ten, künstlichen Lichtquellen betrachten? Hand aufs Herz! Wann haben Sie zum letzten Mal den Nachthimmel bestaunt? Eine Un­zahl von Sternen glitzern sehen? Oder gar die stille Pracht der Milch­strasse genossen? Oder auch «nur» den Mond etwas genauer betrachtet? Aufgrund seiner Helligkeit sind bereits mit einem einfachen Feldstecher eindrückliche Beobachtungen mög­lich. Wichtig dabei ist, den Ellbogen ein feste Unterlage zu geben, um das Zittern zu mi­nimieren. Noch besser ist ein kleineres Fernrohr mit einem festen Stativ. Sehr gut eignen sich Geräte mit 10-15 cm Objektiv­durchmesser und ungefähr 120-facher Vergrösserung. Da der Mond sehr hell ist, emp­fiehlt es sich – wenn vorhanden – einen Mondfilter zu benutzen. Diese Grauscheibe wird vor das Okular geschraubt und dämpft die Lichtintensität auf ein angenehmes Niveau. Sie werden feststellen, dass das Bild trotz Stativ leicht wabert. Das sind die Turbulenzen der Erdatmosphäre, die man in der Fachsprache das sogenannte «Seeing» nennt. Ist die Luft sehr ruhig (gutes Seeing) sind auch hö­here Vergrösserungen als die oben erwähn­ten möglich.
Beobachten Sie den Mond zu ihrer eigenen Sicherheit erst nach dem Sonnenuntergang. Schauen Sie nie mit blossem Auge und schon gar nicht mit einem Fernglas oder Tele­skop direkt in die Sonne! Im Glarnerland sollte ab etwa 17:00 die Sonne untergegangen und der Mond ziemlich genau im Süden gut und sicher beobachtbar sein.

Der Mond – Thema des Astronomietages 2021

Der kosmische Begleiter der Erde war und ist eine Quelle von grundsätzlichen Naturvor­stellungen der Menschheit. In der Moderne ist er auch eines der nahen Ziele, die Wis­senschaft und Technik immer weiter herausfordert. Trotz der weitgehenden Kenntnisse der Menschheit ist der Mond in vielen Teilen immer noch ein rätselhaftes Objekt und es lohnt sich immer einmal einen eigenen Blick auf die kraterzerklüftete Oberfläche zu wer­fen. Am 20. März und einige Tage davor und danach, können Sie den Mond, wie er in der Karte dargestellt ist, sehen. Der Mond etwa halb beleuchtet am Himmel ste­hen und die Oberflächenstrukturen an der Hell-Dunkle-Grenze fallen besonders plas­tisch aus. Auch kleine Erhebungen werden durch den seitlichen Schattenwurf klar hervorgehob­en. Von ringförmigen Ringgebirgen, Lavameeren (Mares) tiefen Rillen, bis hin zu chaotischen Kraterlandschaften ist alles zu sehen, was der Erdtrabant dem Auge zu bie­ten hat. Vielleicht finden Sie das sogar das sagenumworbene «X»?
Mares heissen die dunkleren, grossen Flecken, die auch von Auge sichtbar sind. Mit dem Fernrohr erkennt man, das es glatte, überwiegend kraterlose, mit erstarrter Lava ge­füllte Gebiete sind, die wie grosse Meere anmuten – daher ihr lateinischer Name »Mare«, mit dem Plural »Maria«. Die am 20. März 2021 auffälligsten Maregebiete sind das am oberen rechten Rand der Mond­sichel liegende Mare Crisi­um (Meer der Krisen) sowie das im Norden liegende Mare Serenitatis (Meer der Heiter­keit). Südlich davon be­findet sich das Mare Tranquilitatis (Meer der Ruhe), wo im Jahre 1969 die Astronauten von Apollo 11 zum ersten Mal den Mond betreten haben. Jawohl, die amerikanischen As­tronauten sind tatsächlich auf dem Mond gelandet, auch wenn man mit einem Kleinfern­rohr die Landefähre und weitere Hinterlassenschaften nicht erkennen kann! Sogar mit den grössten, erdgebundenen Teleskopen ist dies nicht möglich. Erst fotografische Auf­nahmen von Mondsonden zeigen die Spuren der ersten Mondfahrer deutlich. Sie können trotzdem die Landeplätze der Apollomissionen mit den Angaben auf der beiliegenden Mondkarte suchen.
Wenn die Nacht klar wird und Sie weiter beobachten wollen, können Sie mit der beilie­genden Sternenkarte auch einige bekannte Sternbilder aufspüren. Vielleicht ist es Ihnen (abhängig vom Standort) so­gar möglich den Mars zu finden, der relativ tief im Westen im Stern­bild des Stieres steht. Gegen Mitternacht kann man dann bereits das Frühlings­dreieck, beste­hend aus den Sternen Arktur (Sternbild Bärenhüter oder Bootes), Regulus (Sternbild Löwe) und Spika (Sternbild Jungfrau), erkennen.

Lichtverschmutzung – Earth Hour

Leider ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie an Ihrem Wohn­ort, auch bei Leermond und abgeschalteten eigenen Lichtquellen die kleineren Sternbilder oder gar die Milchstrasse nicht mehr sehen können. Die allgemeine Lichtverschmut­zung hat ein Ausmass angenommen hat, die vor einigen Jahr­zehnten noch unmöglich er­schien. Vereinigungen wie die Schweizerische Astronomi­sche Gesellschaft (SAG), Darksky Switzerland oder der WWF setzen sich für eine Reduzierung der vielfach überflüssigen und zu starken Nachtbeleuchtung ein. Am 27. März um 20:30 können Sie mithelfen ein klares Statement zu setzen und Ihre eigenen Lichtquellen für eine Stunde ausschalten. Bei der öffentlichen Beleuchtung können Sie sich an Ihrem Wohnort einsetzen für vernünftige Innovationen. Mit der heutigen Technik lassen sich Lampen dimmen und über Bewegungsmelder ak­tivieren. Die Lichtemissionen kön­nen mit dieser Technik stark reduziert werden. Im Glarnerland sind erste sensorgesteu­erte Strassenlampen, die untereinander kommuni­zieren, in Betrieb. Bleibt zu hoffen, dass sich intelligente Lampen weiter durchsetzen und die Lichtverschmutzung dadurch abnimmt. Dies würde nicht nur die Wildtiere oder den Sternenbeobachter, sondern dank der Energieeinsparung auch das Portemonnaie freuen.

Für die Astronomiebegeisterten ist ein dunkler Nachthimmel Vor­aussetzung für erfolgreiche Beob­achtungen und Fotografien. Für naturverbundene Per­sonen ist er ein Beitrag zur Erhal­tung der Lebensvoraussetzungen für Menschen und Tiere.

Quellen