
Am Samstag, den 28. Oktober 2026, organisiert die Astronomische Gruppe Glarus anlässlich der Astronomietages einen unentgeltlichen Anlass für Gross und Klein in der →Fritz Zwicky Sternwarte und im obersten Stock Nord der Kantonsschule Glarus. Ab 18:00 steht die Sternwarte mit ausgeschildertem Zugang über den →Turnhalleneingang der Kantonsschule offen.
Programm
Türöffnung:
- 18:00
Himmelsbeobachtungen mit den Teleskopen der Sternwarte
- 18:00 – 19:00 «Abendstern» Venus
- 18:00 – 24:00 Mond & Jupiter (mit Galileischen Monden →Mondwelten)
- 20:00 – 24:00 Sterne & Deep Sky Objekte
Vortrag mit Diskussion zum Thema «Lichtverschmutzung: Gefahr für Mensch und Natur» mit Dr. med. Philippa Golling
- 19:00
- 20:00
Geschichten und Märchen zu Sonne, Mond und Sternen mit Marlis Murer
- 18:30 – 19:00 für Kinder ab 5 Jahren
- 19:30 – 20:00 für Kinder ab 7 Jahren und Erwachsene
Durchgehende Workshops
- «Der Erdmond» (für Primarschüler/innen)
- Vorstellung einer virtuellen, interaktiven Mondkarte
- Bau eines Taschensonnensystems
- Himmelsbeobachtungen mit dem „Dobson“-Teleskop
Der Sternenhimmel am Astronomietag
Der zunehmende Mond steht während der gesamten ersten Nachthälfte hoch am Himmel. Zehn Tage nach Neumond sind die Bedingungen ideal, um mit Ferngläsern und grossen und kleinen Teleskopen seine Kraterlandschaften zu erkunden. Besonders auffällig zeigt sich unmittelbar an der Tag-und-Nacht-Grenze die von der Sonne beleuchtete bogenförmige Bergkette des Juragebirges, die die noch im Schatten liegende Regenbogenbucht einfasst: der sogenannte Goldene Henkel.
Der Jupiter, der grösste Planet unseres Sonnensystems, steht hoch am Südwesthimmel, als dritter „Stern“ der Zwillinge. Er ist so hell, dass er zusammen mit der Venus tief im Westen bereits eine knappe Stunde nach Sonnenuntergang , noch vor den hellen Sternen des Wintersechsecks, in der hellen Dämmerung auftaucht. Während die Venus schon um 19:00 untergeht, kann man den Jupiter – umgeben von den vier Galileischen Monden Io, Europa, Ganymed und Kallisto – die ganze Nacht bewundern.

Nach dem Eindunkeln kann man sich noch an den funkelnden Sternen des Winterhimmels erfreuen. Um 19:00 steht der Himmelsjäger Orion, gut erkennbar mit dem linken Schulterstern Beteigeuze und dem rechten Fussstern Rigel, ziemlich genau vor dem Vorderglärnisch. Ab dann schreitet er über den östlichen Rücken dieses Bergs, wobei Rigel hinter dem Horizont verschwindet. Die drei aufgereihten Gürtelsterne weisen den Weg zum berühmten Orionnebel, der ab 21:00 wieder sichtbar sein sollte. Von 19:00 bis 20:00 fällt Sirius, der Hauptstern des Sternbilds Grosser Hund und der hellste Stern am Nachthimmel, prominent ins Auge. Von den Wintersternbildern geht der Stier mit dem Hauptstern Aldebaran gegen 22:00 als erstes unter.
Über dem Orion stehen die Zwillinge und der Fuhrmann noch hoch am Himmel. Um Mitternacht werden sie dann aber den Frühlingssternbildern rund um den Löwen Platz machen. Zwischen den Zwillingen und dem Löwen fällt das Tierkreissternbild Krebs kaum auf. Bei klarem Himmel und fernab störender Lichter wird man mitten im Krebs einen Nebelfleck entdecken: den offenen Sternhaufen Praesepe, die Krippe. Hoch oben im →Zenit findet man jetzt die Grosse Bärin, deren sieben hellste Sterne die bekannte Figur des Grossen Wagens bilden.
Faszinierende Mondwelten im Sonnensystem
Auch die weiteren Planeten des Sonnensystems haben ihre Begleiter. Hier ein Grössenvergleich der wichtigsten bekannten Monde und einige Informationen dazu.

Jupiter besitzt von allen Planeten des Sonnensystems mit Ganymed den grössten (bekannten) Mond im Sonnensystem. Die vier grössten Jupitermonde sind von niemand Geringerem als Galileo Galilei entdeckt worden. Io, Europa, Ganymed und Kallisto tragen heute ihm zu Ehren die Bezeichnung „Galileische Monde“. Galilei entdeckte sie 1610 mit einem damals ganz neuen, selbstgebauten Gerät – dem Fernrohr.
Zwischen Io und Jupiter befinden sich noch vier weitere, kleine Monde. Hinter Kallisto folgen weitere 54 Monde, die sich in sehr grossen Abständen zu Jupiter befinden und allesamt sehr viel kleiner sind als die bekannten Jupitermonde. Die meisten wurden erst 2003 auf Aufnahmen entdeckt, die das Weltraumteleskop Hubble gemacht hatte.
Die Oberfläche von Io ist einmalig im Sonnensystem. Auf Io gibt es die meisten Vulkane überhaupt (ca. 300!), und viele sind sehr aktiv. Vulkanausbrüche konnten schon mehrfach beobachtet werden, wobei die Rauchfahnen bis in 300 km Höhe in den Weltraum hinauswehen.
Europa setzt sich aus verschiedenen Schichten zusammen. In seinem Inneren befindet sich ein Kern aus Eisen, der von Silikatgestein umgeben ist. Darüber wiederum befindet sich ein Ozean aus Salzwasser, der möglicherweise den gesamten Mond umschliesst und somit der grösste Ozean des gesamten Sonnensystems ist!
Im Inneren des Ganymed befindet sich ein Eisenkern, der von einer Schicht Silikatgestein umgeben ist. Aussen ist Ganymed von einer harten und kalten Eiskruste umgeben, unter der sich möglicherweise weicheres wärmeres Eis verbirgt.
Auch Kallisto ist ein Eismond mit einer Eiskruste von etwa 200 Kilometer Dicke. Darunter könnte sich ein Ozean aus Salzwasser befinden. Der Kern besteht aus Eisen und Gestein und sogar zum Teil aus Eis, was sehr ungewöhnlich ist.
Der Durchmesser des grössten Saturnmondes Titan (oder Saturn IV) misst stattliche 5.150 km und unterbietet damit den Jupiterbegleiter um nur ca. 100 km. Dieser Mond überrascht mit einer dichten, stickstoffreichen Atmosphäre, unter der sich Flüssigkeiten auf seiner Oberfläche befinden. Direkt über dem Boden ist die Gashülle des Mondes fünfmal so dicht wie auf der Erde, der Druck ist um die Hälfte höher.
Die weiteren Monde Atlas, Prometheus, Pandora, Janus und Epimetheus den Saturn sehr nah. Zusätzlich stehen sie untereinander in engerer oder lockerer Verbindung. Atlas »hütet« als Schäfermond den A-Ring, Prometheus und Pandora den F-Ring. Epimetheus und Janus ziehen einander so stark an, dass sie sich abwechselnd gegenseitig abbremsen und überholen. Dieser Prozess der Annäherung ist nach jeweils 4 Jahren beendet. Danach tauschen sie ihre Bahnen wieder.
Auf etwa gleicher Bahn, auf der auch Titan den Saturn umrundet, bewegt sich die zweite Gruppe von Monden. Zu diesen Begleitern auf kaum exzentrischen Bahnen in Äquatornähe gehören Mimas, Enceladus, Thethys, Dione, Rea, Titan, Hyperion und Japetus. Die Entdeckung flüssigen Wassers auf Enceladus erregte weltweit wissenschaftliches Aufsehen. Bis dorthin galten die Gasriesen und ihre Monde des Sonnensystems als keinesfalls habitabel. Doch von der Südhemisphäre des Saturnmondes Enceladus schießen hohe Wassereisfontänen von der Mondoberfläche fort und bilden durch steten Nachschub eine dünne Atmosphäre. Astronomische Erkenntnisse sehen auch die Speisung des E-Rings um Saturn im aktiven Kryovulkanismus auf Enceladus.
Lichtverschmutzung
Leider ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie an Ihrem Wohnort, auch bei Leermond und abgeschalteten eigenen Lichtquellen die kleineren Sternbilder oder gar die Milchstrasse nicht mehr sehen können. Die allgemeine Lichtverschmutzung hat ein Ausmass angenommen hat, die vor einigen Jahrzehnten noch unmöglich erschien. Vereinigungen wie die Schweizerische Astronomische Gesellschaft (SAG), Darksky Switzerland oder der WWF (Earth Hour) setzen sich für eine Reduzierung der vielfach überflüssigen und zu starken Nachtbeleuchtung ein. Sie können mithelfen ein klares Statement zu setzen und Ihre eigenen Lichtquellen wenn immer möglich ausschalten. Bei der öffentlichen Beleuchtung können Sie sich an Ihrem Wohnort einsetzen für vernünftige Innovationen: →Lichtverschmutzung
Quellen
- Sternenkarte: Sky & Telescope
- Mondplakat und Informationen: ORIONmedien GmbH
- Informationen über Monde: http://astrokramkiste.de

